Bauabzugsteuer im Baugewerbe

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Gespeichert von Abteilung V am 28. Juli 2015
Bebautes Grundstück

Bauabzugsteuer: Das betrifft Sie als Unternehmerin/Unternehmer

Unternehmer/-innen, die Bauleistungen für andere Unternehmer/-innen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts erbringen, müssen mit der Einbehaltung einer Bauabzugsteuer durch die Auftraggeber rechnen. Die Auftraggeber müssen grundsätzlich 15 % der Rechnungssumme einbehalten und an das Finanzamt abführen, sofern ihnen keine Freistellungsbescheinigung vorgelegt wird. Bauleistungen umfassen alle Tätigkeiten, die im Zusammenhang mit der Herstellung, Instandsetzung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken anfallen. Die Bauabzugsteuer wirkt wie eine Vorauszahlung auf die Steuerschulden des leistenden Unternehmers/der leistenden Unternehmerin.

Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG

Als Erbringer einer Bauleistung können Sie die Einbehaltung der Bauabzugssteuer vermeiden, indem Sie Ihrem Auftraggeber Ihre vom Finanzamt nach amtlich vorgeschriebenen Vordruck erteilte Freistellungsbescheinigung vorlegen. In der Praxis senden Sie ihm zusammen mit Ihrer Rechnung eine Kopie Ihrer Freistellungsbescheinigung mit.
 

Ihre Freistellungsbescheinigung können Sie formlos beantragen

Als leistendes Unternehmen können Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt Ihre Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG  beantragen. Ihr Antrag ist an keine Form gebunden: Sie können die Freistellungsbescheinigung telefonisch, per Fax oder E-Mail anfordern.

Die Freistellungsbescheinigung wird erteilt, wenn der zu sichernde Steueranspruch nicht gefährdet erscheint. Sie ist maximal drei Jahre gültig und muss nach Ablauf neu von Ihnen beantragt werden.

Was muss ich beachten, wenn ich selbst Auftraggeber der Bauleistung bin?

Grundsätzlich unterliegen nur Bauleistungen dem Steuerabzug, die Sie für Ihr eigenes Unternehmen beziehen.

Den Steuerabzug nehmen Sie nicht vor, wenn Ihnen

  1. eine Kopie der Freistellungsbescheinigung des Bauunternehmers vorliegt oder wenn
  2. die voraussichtliche Rechnungssumme des Bauunternehmers in einem Jahr 5.000 € nicht übersteigt.
     

Beispiel

Unternehmer M lässt an seinem Mehrfamilienhaus das Dach renovieren. Die Rechnung des Dachdeckers beträgt 19.040 € (16.000 € zzgl. 3.040 € Umsatzsteuer). Eine Freistellungsbescheinigung für Bauleistungen hat der Dachdecker Unternehmer M nicht vorgelegt.

M behält einen Betrag von 2.856 € (15 % von 19.040 €) ein und führt den Betrag an das für den Dachdecker zuständige Finanzamt ab. Den Rechnungsbetrag von 19.040 € mindert er um 2.856 € und überweist an den Dachdecker einen Betrag von 16.184 €.

Die 2.856 €, die Unternehmer M an das Finanzamt des Dachdeckers überwiesen hat, sind für den Dachdecker nicht verloren. Sie werden wie eine Vorauszahlung auf die Steuerschuld angerechnet. Die Anrechnung erfolgt nach einer vorgegebenen Reihenfolge (§ 48c EStG).

Private Vermieter

 Private Vermieter sind nur dann abzugsverpflichtet, wenn sie mehr als zwei Wohnungen vermieten.
Außerdem muss bei ausschließlich umsatzsteuerfreier Vermietung der Vermieter keinen Steuerabzug vornehmen, wenn die voraussichtliche Rechnungssumme des Bauunternehmers in einem Jahr 15.000 € nicht übersteigt.

Die Gültigkeit der Freistellungsbescheinigung können Sie online überprüfen

Damit Sie die Bauabzugssteuer nicht einbehalten, muss Ihnen spätestens bei Bezahlung der Rechnung die Freistellungsbescheinigung des leistenden Unternehmens vorliegen. Die Gültigkeit dieser Freistellungsbescheinigung können Sie online beim Bundeszentralamt für Steuern prüfen. Hier gelangen Sie direkt zur Online-Überprüfung der Freistellungsbescheinigung.

So sieht eine Freistellungsbescheinigung nach § 48 b EStG aus

Um prüfen zu können, ob Ihnen eine zutreffende Freistellungsbescheinigung vorgelegt wird, müssen Sie sie prüfen können. Daher können Sie hier ein Muster einer Freistellungsbescheinigung nach § 48 b EStG auf der rechten Seite kostenlos downloaden.

101 Praxisbeispiele - Schnellübersicht

Auf der rechten Seite haben wir Ihnen eine Schnell-Übersicht zum Download bereitgestellt. Anhand von 101 Beispielen wird differenziert, ob es sich um eine Bauleistung im Sinne dieser Vorschrift handelt oder nicht.

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