Beihilfe vollstationären Pflege

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Gespeichert von LBV am 21. April 2016

Beihilfe zur vollstationären Pflege

An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Bestimmungen zur Beihilfefähigkeit bzgl. vollstationärer Pflege geben. Die rechtlichen Grundlagen entnehmen Sie bitte der BVO NRW.

Vollstationäre Pflege in einem Pflegeheim

Wenn die häusliche Pflege nicht mehr ausreicht, wird es unter Umständen notwendig, im Rahmen der vollstationären Pflege einen Platz in einem Pflegeheim zu belegen. Die vollstationäre Pflege umfasst das Heimentgelt für die vollstationäre Pflegeleistung, für medizinische Behandlungspflege und soziale Betreuung. Der Leistungsrahmen der Pflegeversicherung umfasst je nach Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit Aufwendungen für Pflegeleistungen in folgendem Umfang
 

Pflegegrad Leistung / Monat
1 125 €
2 770 €
3 1.262 €
4 1.775  €
5 2.005 €

Kosten für Unterkunft und Verpflegung und Investitionskosten bleiben von der Pflegeversicherung unberücksichtigt.

Wie bei der häuslichen Pflege ist zunächst ein Antrag auf Anerkennung der Notwendigkeit der vollstationären Pflege sowie auf Einstufung in die Pflegestufe bei der Pflegekasse oder dem privaten Pflegeversicherungsunternehmen zu stellen.

Hat die Pflegekasse oder das private Pflegeversicherungsunternehmen die Notwendigkeit der Pflegeheimunterbringung anerkannt und die Einstufung nach Art und Schwere der Pflegebedürftigkeit vorgenommen, senden Sie bitte den entsprechenden Bescheide der Beihilfestelle zu. Dieser Bescheid dient als Entscheidungsgrundlage hinsichtlich der Beihilfefähigkeit der Aufwendungen für die vollstationäre Pflege.

Aufwendungen für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten

Pflegekosten
Bei der vollstationären Pflege in einer zugelassenen Pflegeeinrichtung (§ 72 Abs. 1 SGB XI) ist der nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit in Betracht kommende Pflegekostenanteil bei-hilfefähig.

Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten
Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung einschließlich der Zusatzleistungen sowie In-vestitionskosten werden als Beihilfe gezahlt, soweit sie folgende Eigenanteile übersteigen:

  • Bei Beihilfeberechtigten ohne Angehörige sowie bei gleichzeitiger stationärer Pflege des Beihilfeberechtigten und seiner Angehörigen

    • 50% des um 400 €verminderten Einkommens des Einkommens.
  • bei Beihilfeberechtigten mit 
    • einem Angehörigen 30%, 
    • mehreren Angehörigen 25%

des um 600 Euro -bei Empfängern von Versorgungsbezügen um 450 €- verminderten Einkommens.

Hinsichtlich der Investitionskosten gilt folgendes :
Das von der Pflegeeinrichtung in Rechnung gestellte Heimentgelt umfasst die Kosten

  •  der pflegerischen Versorgung,
  •  die Kosten der Unterkunft und Verpflegung sowie
  •  die Investitionskosten.

Zur Finanzierung ihrer betriebsnotwendigen Investitionskosten (dazu zählen z.B. Renovierung, Modernisierung, Umbau oder Neubau der Einrichtung) erhalten vollstationäre Pflegeeinrichtungen Pflegewohngeld von der jeweiligen Gemeinde.

Den vollstationären Pflegeeinrichtungen wird aber Pflegewohngeld für diejenigen pflegeversi-cherten Heimbewohnerinnen und Heimbewohner gewährt, die von ihrer Pflegeversicherung Leistungen erhalten und deren Einkommen und Vermögen zur Finanzierung der Aufwendun-gen für die Investitionskosten ganz oder teilweise nicht ausreicht.

Das Pflegewohngeld wird ab Antragstellung, ggf. für drei Monate rückwirkend, gezahlt. Um prüfen zu können, ob ein Pflegewohngeld gewährt werden kann, stellen in der Regel die Pflegeinrichtungen bei der zuständigen Gemeinde einen Antrag auf Pflegewohngeld.

Auch Sie sind antragsberechtigt, wenn die Einrichtung keinen Antrag gestellt hat, was nur ausnahmsweise der Fall sein kann.

Leben Sie in einer Pflegeeinrichtung außerhalb Nordrhein-Westfalens, ergeben sich ggf. Ansprüche nach den dort geltenden Landesgesetzen.

Es wird daher empfohlen, dass Sie Näheres mit der Heimverwaltung der entsprechenden Pflegeeinrichtung besprechen.

Auch sollte die Heimverwaltung eine erneute Antragstellung prüfen, wenn eine frühere Antragstellung erfolglos geblieben ist.

Einkommen im beihilferechtlichen Sinne

Einkommen im beihilferechtlichen Sinne sind in diesem Zusammenhang die

  • Dienst- oder Versorgungsbezüge (ohne variable Bezügebestandteile), sowie
  • Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus einer
  • Alters- oder Hinterbliebenenversorgung und das
  • Erwerbseinkommen des Beihilfeberechtigten.

Als Angehörige des Beihilfeberechtigten gelten der Ehegatte sowie die Kinder, für die der Beihilfeberechtigte einen Beihilfeanspruch hat.

Wird zu den Aufwendungen für die Pflege eines Angehörigen eine Beihilfe gewährt, sind dem Einkommen des Beihilfeberechtigten die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und aus einer Alters- oder Hinterbliebenenversorgung sowie das Erwerbseinkommen des Ehegatten hinzuzurechnen.

Erwerbseinkommen sind in diesem Zusammenhang:

  • Einkünfte aus selbständiger und nicht selbständiger Arbeit,
  • aus Gewerbebetrieb,
  • Land- und Forstwirtschaft sowie
  • Lohnersatzleistungen.

Erwerbseinkommen aus geringfügiger Tätigkeiten (§ 8 SGB IV) bleiben außer Ansatz. Einkommen von Kindern bleiben unberücksichtigt.

Die den Eigenanteil übersteigenden Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung werden als Beihilfe gezahlt.

Nicht zugelassene Pflegeeinrichtung

Wer als Pflegebedürftiger in einer nicht zugelassenen Pflegeeinrichtung untergebracht ist (§ 71 Abs. 2 SGB XI), kann ebenfalls eine Beihilfe für vollstationäre Pflege erhalten. Hier gilt jedoch die Einschränkung, dass höchstens die niedrigsten, nach der jeweiligen Pflegestufe vergleichbaren Kosten (Pflegekosten, Aufwendungen für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten) einer zugelassenen Pflegeeinrichtung am Ort der Unterbringung oder seiner nächsten Umgebung der Beihilfeberechnung zugrunde gelegt werden.

Pflegeeinrichtungen der Behindertenhilfe

In Einrichtungen der Behindertenhilfe stehen die berufliche oder soziale Eingliederung, die schulische Ausbildung oder die Erziehung Behinderter im Vordergrund. Für Aufwendungen, die für die vollstationäre Pflege in einer solchen Einrichtung entstehen, gilt eine Sonderregelung. Die von dieser Regelung betroffenen pflegebedürftigen Personen erhalten Leistungen von der Pflegeversicherung nach § 43a SGB XI. Auch hier ist der Leistungsbescheid der Pflegeversicherung bei der Beihilfestelle vorzulegen.

Die Pflegeaufwendungen sind hier nur bis zur Höhe von monatlich 266 € beihilfefähig. Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten sind bei Unterbringung in diesen Einrichtungen nicht beihilfefähig.

Werkstattgebühren

Die Beschäftigung und Betreuung in einer Werkstatt für Behinderte ist keine Pflege im Sinne des § 5 ff BVO. Werkstattgebühren und Versicherungsbeiträge für den Behinderten sind daher nicht beihilfefähig.

zusätzliche Betreuung und Aktivierung

Die von der stationären Pflegeeinrichtung für die zusätzliche Betreuung und Aktivierung der pflegebedürftigen Person erhobenen Vergütungszuschläge nach § 43 b des Elften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XI) sind neben den Aufwendungen für die Pflegeleistungen beihilfefähig.

Berechnungsbeispiel

Sachverhalt:
Frau Mustermann, alleinstehend
Pflegebedürftig: Frau Mustermann, Pflegegrad 4, privat versichert
Frau Mustermann erhält neben den Versorgungsbezügen eine Rente
Pflege-Zeitraum: 01.01. – 31.01.2017

Rechnung des Pflegeheims
Pflegekosten: 2.190,54 € (30,42 Tage x 72,01 €)
Ausbildungumlage: 109,82 € (30,42 Tage x 3,61 €)
Unterkunft: 519,57 € (30,42 Tage x 17,08 €)
Verpflegung: 400,02 € (30,42 Tage x 13,15 €)
Investitionskosten des Heimes: 554,25 € (30,42 Tage x 18,22 €)
Vergütungzuschlag (§ 43b SGB XI) 137,59 €
Gesamtkosten : 3.911,79 €
Ermittlung des Eigenanteils
Versorgungsbezüge (brutto) 2.730,21 €
Renten (Altersrente) 363,39 €
Gesamte Einkünfte (brutto) 3.093,60 €
Abzüglich - 400,00 €
Verbleiben 2.693,60 €
Davon 50% als Eigenanteil 1.346,80 €
Berechnung der Beihilfe zu den Unterbringungs-, Verpflegungs- und
Investitionskosten
Unterkunft: 519,57 €
Verpflegung: 400,02 €
Investitionskosten des Heimes: 554,25 €
Zusammen: 1.473,84 €
anzurechnender Eigenanteil: - 1.346,80 €
übersteigender Betrag 127,04 €
Beihilfe zu Unterkunft und Verpflegung einschl. der Zusatzleistungen sowie In-vestitionskosten 127,04 €
Berechnung der Beihilfe zu den Pflegekosten (Pflegegrad 4)
Pflegekosten: 2.190,54 €
Ausbildungumlage: 109,82 €
Vergütung § 43b SGB XI: 137,59 €
Pflegekosten Gesamt 2.437,95 €
davon 70 % zustehende Beihilfe 1.706,57 €
zu zahlende Beihilfe (Zusammenfassung)
zu den Pflegekosten (70% von 2.437,95 €) 1.706,57 €
Beihilfe zu Unterkunft und Verpflegung einschl. der Zusatzleistungen sowie In-vestitionskosten 127,04 €
zu zahlende Beihilfe 1.833,61 €
             

 
 

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