Erbschaften, Schenkungen und das Finanzamt

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Erbschaften, Schenkungen und das Finanzamt

Egal ob Erbschaft oder Schenkung, über die Weitergabe Ihres Vermögens sollten Sie in jedem Fall rechtzeitig nachdenken. Mit diesem Text wollen wir Ihnen einen ersten Überblick über das Thema Erben und Schenken geben. Informationen beispielsweise zur Erbfolge oder zur Gültigkeit von Testamenten finden Sie in unserer Broschüre, die auf dieser Seite als Download zur Verfügung steht. Falls Sie weitere Fragen zum Thema haben, sollten Sie sich an einen Notar, Rechtsanwalt oder einen Angehörigen der steuerberatenden Berufe Ihrer Wahl wenden.

Zunächst müssen Sie entscheiden, ob jemand zu Ihren Lebzeiten etwas bekommen soll – dann handelt es sich um eine Schenkung oder erst nach Ihrem Tod – dann handelt es sich um eine Erbschaft. Denn: Die Erbschaftsteuer besteuert den Erwerb von Todes wegen, die Schenkungsteuer den Erwerb durch Schenkung unter Lebenden. Die beiden Steuerarten ergänzen einander und unterliegen im Wesentlichen den selben Regeln. Daher gelten die nachfolgenden Ausführungen, soweit nicht ausdrücklich unterschieden wird, für Erwerbe von Todes wegen und für Schenkungen gleichermaßen.

Was unterliegt der Erbschaftsteuer?

Der Erbschaftsteuer unterliegen unter anderem:

  • der Erwerb durch Erbanfall aufgrund gesetzlicher, testamentarischer oder erbvertraglicher Erbfolge, d. h. der klassische Erbfall,
  • der Erwerb durch Vermächtnis,
  • der Erwerb durch Schenkung auf den Todesfall und jeder Vermögensvorteil aufgrund eines vom Erblasser geschlossenen Vertrages (zum Beispiel Lebensversicherungen, Abfindungsansprüche) und
  • der Erwerb aufgrund eines geltend gemachten Pflichtteilanspruchs oder was als Abfindung für einen Verzicht hierauf gewährt wird.
Was unterliegt der Schenkungsteuer?

Die Schenkungsteuer ist eine Ergänzung zur Erbschaftsteuer und dient der Gleichstellung von Schenkungen unter Lebenden mit Erbfällen. Der Schenkungsteuer unterliegen unter anderem:

  • freigebige Zuwendungen unter Lebenden, d. h. eine klassische Schenkung,
  • die Bereicherung eines Ehegatten oder eines eingetragenen Lebenspartners/einer eingetragenen Lebenspartnerin bei Vereinbarung der ehelichen Gütergemeinschaft,
  • Abfindungen, die für einen Erbverzicht gewährt wird,
  • was ein Vorerbe dem Nacherben mit Rücksicht auf die angeordnete Nacherbschaft vor ihrem Eintritt herausgibt oder
  • der Erwerb aufgrund einer vom Schenker angeordneten Auflage.
Wann entsteht die Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer?

Die Erbschaftsteuer entsteht grundsätzlich mit dem Tod des Erblassers.

Unerheblich ist, ob der Erbe/ die Erbin zum Besteuerungszeitpunkt bereits von seiner Stellung als Erbe oder vom Umfang der Erbschaft Kenntnis erlangt hatte oder ob er/sie aufgrund einer testamentarischen Verfügung gehindert war, über die Erbschaft uneingeschränkt zu verfügen.
Auch die Verteilung des Nachlasses zwischen Miterben im Rahmen der Erbauseinandersetzung oder der Vollzug von Teilungsanordnungen des Erblassers haben keinen Einfluss auf den Zeitpunkt der Entstehung der Erbschaftsteuer.

Die Schenkungsteuer entsteht zu dem Zeitpunkt, in dem die Schenkung ausgeführt ist.

Für die Erbschaft- bzw.Schenkungsteuer sind die Verhältnisse, insbesondere Werte, zum Todes- bzw. Schenkungszeitpunkt maßgebend. Spätere Wertsteigerungen oder Wertminderungen spielen grundsätzlich keine Rolle mehr.

Was muss ich beachten, wenn ich ein Erbe oder eine Schenkung erwerbe?

Erbschaftseuererklärung - handschriftlich ausgefülltSie sind grundsätzlich verpflichtet, jeden Erwerb innerhalb von drei Monaten dem Erbschaftsteuer-Finanzamt schriftlich anzuzeigen – ein formloses Schreiben ist ausreichend. Dies gilt in Erbfällen genauso, wie in Schenkungsfällen. Wenn Sie Ihr Vermögen oder Teile davon verschenken, gilt die Anzeigepflicht sowohl für Sie als Schenker, als auch für die beschenkten Personen.

Diese Angaben gehören in Ihre formlose Mitteilung an das Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer-Finanzamt

  1. Vorname und Familienname, Beruf, Anschrift des Erblassers oder Schenkers und des Erwerbers,
  2. Todestag und Sterbeort des Erblassers oder Zeitpunkt der Ausführung der Schenkung,
  3. Gegenstand und Wert des Erwerbs,
  4. Rechtsgrund des Erwerbs wie gesetzliche Erbfolge, Vermächtnis, Ausstattung,
  5. persönliches Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder zum Schenker wie Verwandtschaft, Schwägerschaft, Dienstverhältnis,
  6. frühere Zuwendungen des Erblassers oder des Schenkers an den Erwerber nach Art, Wert und Zeitpunkt der einzelnen Zuwendungen.

Wenn sich das Finanzamt bei Ihnen meldet

Wenn wegen der Höhe des übertragenen Vermögens eine Steuer entstehen könnte, wird das Finanzamt sich von Amts wegen bei Ihnen melden. In Erbfällen geschieht das aus Gründen der Rücksichtnahme in der Regel frühestens drei Monate nach dem Erbfall. Eine Aufforderung zur Abgabe einer Erbschaftsteuererklärung kann aber auch noch nach mehreren Jahren ergehen. Das Finanzamt kann von jedem Beteiligten, unabhängig davon, ob sein Erwerb steuerpflichtig ist, die Abgabe einer Erklärung nach amtlich bestimmtem Muster innerhalb einer vorgegebenen, in der Regel einmonatigen, Frist verlangen.

Die Erklärungsvordrucke erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt.

Die Formularvordrucke zum Thema Erbschaft-/Schenkungsteuer finden Sie als Download aber auch auf der Internetseite der Oberfinanzdirektion Niedersachsen.

Was bleibt steuerfrei?

Nicht alles, was Sie als Erbe oder Beschenkter erhalten, ist steuerpflichtig. Steuerfrei bleiben beispielsweise:

  • Bei Personen der Steuerklasse I (zu den Steuerklassen siehe nächster Menüpunkt):
  • Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke bis zu 41.000 € und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu 12.000 €.
  • Bei Personen der Steuerklasse II und III:
  • Hausrat einschließlich Wäsche und Kleidungsstücke und andere bewegliche körperliche Gegenstände bis zu einem Wert von 12.000 €.
Von der Befreiung sind in beiden Fällen Bargeld, einschließlich ausländischer Währungen, Münzen, Edelmetalle, Edelsteine und Perlen ausgenommen.
 
  • Zuwendungen an Eltern, Adoptiveltern, Stiefeltern oder Großeltern, wenn der Erwerb zusammen mit dem übrigen Vermögen des Erwerbers 41.000 € nicht übersteigt und der Erwerber infolge körperlicher oder geistiger Gebrechen und unter Berücksichtigung seiner bisherigen Lebensstellung als erwerbsunfähig anzusehen ist oder durch die Führung eines gemeinsamen Hausstandes mit erwerbsunfähigen oder in der Ausbildung befindlichen Abkömmlingen an der Ausübung einer Erwerbstätigkeit gehindert ist,
  • bis zu 20.000 € für Personen, die den Erblasser unentgeltlich oder gegen unzureichendes Entgelt gepflegt oder unterhalten haben,
  • übliche Gelegenheitsgeschenke,
  • Zuwendungen zu kirchlichen, mildtätigen und gemeinnützigen Zwecken,
  • Zuwendungen an politische Parteien und kommunale Wählervereinigungen,
  • Kunstgegenstände, Kunstsammlungen, wissenschaftliche Sammlungen, Bibliotheken und Archive bleiben zu 60 %, Grundbesitz oder Teile davon bleiben zu 85 % ihres Wertes steuerfrei, wenn ihre Erhaltung wegen ihrer Bedeutung für Kunst, Geschichte oder Wissenschaft im öffentlichen Interesse liegt, die jährlichen Kosten in der Regel die erzielten Einnahmen übersteigen und sie Zwecken der Forschung oder Volksbildung nutzbar gemacht werden. Eine volle Befreiung ist möglich, wenn noch weitere Voraussetzungen erfüllt sind, etwa wenn die Gegenstände der Denkmalspflege unterstellt werden. Werden die Gegenstände innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb veräußert, so fällt die Befreiung rückwirkend weg.
  • Zuwendungen unter Lebenden zum Zwecke des angemessenen Unterhalts oder zur Ausbildung.  

Wichtige Freistellungen und Verschonungsregelungen bestehen darüber hinaus für das so genannte Familienheim, für vermietete Wohnungen und für unternehmerisches Vermögen. Im Wesentlichen gilt Folgendes:
 

1. Schenkung oder Vererbung Ihres Familienheims

Schenkungsteuerfrei bzw. erbschaftsteuerfrei können Sie eine im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums liegende, zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung (ein Familienheim) an Ihren Ehegatten oder den eingetragenen Lebenspartner/-in übertragen. Das Familienheim muss den Mittelpunkt des familiären Lebens beider Ehegatten bzw. eingetragenen Lebenspartner/-innen bilden.

Die Übertragung von Ferien- oder Wochenendhäusern ist nicht begünstigt.

Im Erbfall greift die Steuerbefreiung, wenn die Wohnung

  • vom Erblasser bis zum Erbfall zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde oder aus zwingenden Gründen nicht zu Wohnzwecken genutzt werden konnte
  • und beim Erwerber unverzüglich zur Nutzung zu eigenen Wohnzwecken bestimmt ist.

Für die Vererbung eines Familienheims an Ihre Kinder und Kinder bereits verstorbener Kinder (Enkel) gilt diese Steuerbefreiung ebenfalls – allerdings nur soweit die Wohnfläche nicht mehr als 200 qm beträgt. Bei größeren Wohnungen wird die Freistellung nur anteilig (bis 200 qm Wohnfläche) gewährt.
 
Die Steuerbefreiung für das Familienheim entfällt in Erbfällen rückwirkend, wenn das Familienheim innerhalb von zehn Jahren nach dem Erwerb nicht mehr selbst genutzt wird, es sei denn, der Erbe/die Erbin ist aus zwingenden Gründen an einer Selbstnutzung zu eigenen Wohnzwecken gehindert. Zwingende Gründe liegen insbesondere vor im Fall des Todes oder im Fall einer Pflegebedürftigkeit, die die Führung eines eigenen Haushalts nicht mehr zulässt - nicht dagegen bei einer beruflichen Versetzung.

 2. Verschonung des Erwerbs von vermieteten Wohnungen

Zu Wohnzwecken vermietete Wohnungen, die nicht begünstigtes Betriebsvermögen bzw. nicht begünstigtes Vermögen eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft sind, werden mit 90 % ihres gemeinen Wertes angesetzt.
 
Das vermietete Grundstück muss im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraums liegen.

3. Verschonung des Erwerbs von unternehmerischem Vermögen

Besondere Begünstigungen gelten für den Erwerb von Betriebsvermögen. Ziel ist es, Vermögen, das dauerhaft dem Betrieb dient und den Betrieb, der Arbeitsplätze schafft, zu schonen. Die entsprechenden Regeln gelten grundsätzlich auch für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft sowie für unmittelbare Beteiligungen an Kapitalgesellschaften von grundsätzlich mehr als 25 %.
Im Falle eines Erwerbs von Betriebsvermögen lassen Sie sich von einem Angehörigen der steuerberatenden Berufe ausführlich beraten. 

4. Zugewinnausgleich unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern/-innen

Von der Besteuerung ausgenommen ist auch der Zugewinnausgleich unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern/-innen.

Wenn nichts anderes vereinbart ist, leben Ehepaare oder Lebenspartner/-innen im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft.
Gemäß §§ 1363 ff. BGB hat das im Wesentlichen folgende Wirkungen:

  • Die Vermögen der Eheleute bzw. Lebenspartner/-innen bleiben während der Ehe getrennt.
  • Der Zugewinn zum Vermögen eines Ehegatten bzw. Lebenspartners/einer Lebenspartnerin (zum Beispiel durch Ersparnisse) gehört nur dem einen Ehegatten bzw. Lebenspartner/einer Lebenspartnerin und nicht den Eheleuten/Lebenspartnern/Lebenspartnerinnen gemeinschaftlich.
  • Ein ungleicher Zugewinn wird ausgeglichen, wenn die Zugewinngemeinschaft durch Tod, Aufhebung des Güterstands oder Scheidung endet.

5. Welche Schulden können Sie abziehen?

So genannte Nachlassverbindlichkeiten mindern das Vermögen. Das sind insbesondere die Schulden des Erblassers/der Erblasserin und die durch den Sterbefall entstandenen Kosten z. B. Bestattungskosten. Ohne Einzelnachweis werden 10.300 € als durch den Sterbefall entstandene Kosten abgezogen.

Auch bei einer Schenkung können die vom Beschenkten übernommenen Schulden abgezogen werden. In diesen Fällen liegt eine sogenannte gemischte Schenkung vor. Der typische Fall ist die Schenkung einer Immobilie, die noch mit Schulden belastet ist. Der Beschenkte/die Beschenkte verpflichtet sich gegenüber der finanzierenden Bank, die Schulden zu bezahlen.

Steuerklassen und Freibeträge

Die Einstufung in die Steuerklassen (nicht zu verwechseln mit den Lohnsteuerklassen) ist abhängig von Ihren persönli­chen Verhältnis zum Erblasser/zur Erblasserin bzw. zum Schenker/zur Schenkerin. 
Es gilt folgende Einteilung:

Steuerklasse I Steuerklasse II Steuerklasse III
  • der Ehegatte bzw. eingetragene Lebenspartner/-in
  • Eltern und Großeltern bei Schenkungen
  • alle übrigen Erwerber
  • Kinder (eheliche und nicht eheliche Kinder, Adoptiv- und Stiefkinder)
  • Geschwister und Geschwisterkinder
 
  • Enkel und Urenkel
  • Stief- und Schwiegereltern
 
  • Eltern und Großeltern bei Erwerben von Todes wegen
  • Schwiegerkinder
 
 
  • geschiedene Ehegatten und Lebenspartner/-innen einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft
 

 

So hoch sind Ihre Freibeträge

Bei der Ermittlung des steuerpflichtigen Erwerbs wird Ihr persönlicher Freibetrag abgezogen. Er beträgt:

Erwerber/-in Freibetrag
Ehegatte und eingetragener Lebenspartner/eingetragene Lebenpartnerin 500.000 €
Kinder/Stiefkinder und Kinder verstorbener Kinder 400.000 €
sonstige Enkel 200.000 €
übrige Erwerber in Steuerklasse I 100 000 €
Erwerber in Steuerklasse II 20.000 €
Erwerber in Steuerklasse III 20.000 €
beschränkt Steuerpflichtige 2.000 €

Besonderer Versorgungsfreibetrag von bis zu 256.000 €

Im Erbfall wird dem überlebenden Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner bzw. der eingetragenen Lebenspartnerin und Kindern bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres zusätzlich noch ein besonderer Versorgungsfreibetrag gewährt.

Er beträgt 256.000 € für Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner/eingetragene Lebenspartnerin, wird jedoch gekürzt um den Kapitalwert, der nicht der Erbschaftsteuer unterliegenden Versorgungsbezüge (zum Beispiel Hinterbliebenenbezüge aus privaten Anstellungsverträgen bei Arbeitnehmern, Renten aus der Sozialversicherung und aus berufsständischen Versicherungskassen, Beamtenpensionen).

Versorgungsfreibetrag für Kinder

Der Versorgungsfreibetrag für Kinder ist nach dem Alter des Kindes gestaffelt. Er beträgt:

Versorgungsfreibetrag  Alter des Kindes
52.000 € bei einem Alter bis zu 5 Jahren
41.000 € bei einem Alter über 5 bis zu 10 Jahren
30.700 € bei einem Alter über 10 bis zu 15 Jahren
20.500 € bei einem Alter über 15 bis zu 20 Jahren
10.300 € bei einem Alter über 20 bis zu 27 Jahren.

Wie hoch ist die Erbschaft-/Schenkungsteuer?

Der Steuersatz ist abhängig von der Höhe des steuerpflichtigen Erwerbs und der Steuerklasse des Erwerbers/der Erwerberin.

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich ... Prozentsatz in der Steuerklasse
  I II III
75.000 € 7 15 30
300.000 € 11 20 30
600.000 € 15 25 30
6.000.000 € 19 30 30
13.000.000 € 23 35 50
26.000.000 € 27 40 50
über 26.000.000 € 30 43 50

Damit Einzelerwerbe nicht schlechter gestellt werden als Erwerbe in mehreren Teilschritten, sind alle innerhalb von zehn Jahren von derselben Person empfangenen Vermögensvorteile zusammenzurechnen. Die früheren Erwerbe werden dabei jeweils mit ihrem früheren Wert dem Letzterwerb hinzugerechnet; Wertveränderungen in der Zwischenzeit spielen keine Rolle. Hat eine frühere Schenkung bereits zu einer Steuerzahlung geführt, zieht das Finanzamt von der Steuer für den Gesamterwerb die Steuer ab, die auf die frühere Schenkung entfällt. Mindestens ist die Steuer anzusetzen, die sich für den letzten Erwerb ohne die Zusammenrechnung mit früheren Erwerben ergibt.

Beispiel

Der Vater schenkt seinem Sohn im Jahr 2011 und 2012 jeweils 1 Million Euro. Es ergibt sich folgende Berechnung:

Lösung

Für die erste Schenkung ergibt sich bei Abzug des persönlichen Freibetrag von 400.000 € in der Steuerklasse I eine Steuer von 90.000 € (15 % x 600.000 €). Die Steuer für die zweite Schenkung ist ausgehend vom Gesamterwerb von 2 Mio. € zu errechnen. Es ergibt sich eine Steuer von 304.000 € (2 Mio. € - 400.000 € = 1,6 Mio. € x 19 %). Nach Abzug der Steuer auf den ersten Erwerb sind also noch (304.000 € - 90.000 €) 214.000 € zu zahlen.
 
Hinweis: Von einer Steuerfestsetzung sehen die Finanzämter ab, wenn die Steuer im Einzelfall 50 € nicht übersteigt.

 

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