„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ - Ich bin Dienststellenleiter eines Finanzamtes

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Gespeichert von Christin Rödiger am 13. Juli 2016
Frank Oltmanns am Schreibtisch

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ - Ich bin Dienststellenleiter eines Finanzamtes

Vor 15 Jahren bin ich von einer mittelständischen Rechtsanwaltskanzlei in die Finanzverwaltung NRW gewechselt. Seitdem habe ich an fünf verschiedenen Standorten und auf sieben verschiedenen Positionen gearbeitet. Auch wenn mir immer mal wieder berichtet wird, dass Kolleginnen und Kollegen eher den umgekehrten Weg beschreiten und die Finanzverwaltung verlassen - für mich hat mit dem Einstieg in die Finanzverwaltung ein vielseitiger und abwechslungsreicher Karriereweg begonnen. Mein Name ist Frank Oltmanns und ich bin Dienststellenleiter des Finanzamts Lübbecke.

Nach meinem Jura-Studium habe ich zunächst als Anwalt in einer mittelständischen Kanzlei gearbeitet: Arbeits- und Familienrecht waren mein Tagesgeschäft. Ich mochte meinen Beruf und konnte mir auch nichts Anderes vorstellen. Man kann sagen, ich war Anwalt aus Leidenschaft. Doch mit Anfang dreißig hatte ich auf einmal den Wunsch nach Abwechslung. Die Arbeit als Anwalt – das konnte es doch irgendwie noch nicht gewesen sein. Durch Zufall rückte die Finanzverwaltung NRW als Arbeitgeber in mein Bewusstsein: Eine Freundin aus Studienzeiten erzählte mir, dass dort Juristen gesucht werden. Und was soll ich sagen? Das Angebot und die damit einhergehenden Entwicklungsmöglichkeiten haben mich überzeugt. Letztlich war für mich der Wechsel in die Finanzverwaltung ein bewusster Schritt in eine andere Richtung. Daher war es für mich auch nicht entscheidend, dass ich als Anwalt in einer gut funktionierenden Kanzlei künftig vielleicht mehr verdienen könnte als in der Verwaltung. Mit dem Einstieg in die Finanzverwaltung hat sich für mich ein unerwartet spannender, vielseitiger und abwechslungsreicher Karriereweg eröffnet.

Nachdem ich also meinen alten Job als Anwalt an den Nagel gehängt hatte, startete ich zunächst mit einem Einweisungsjahr in einem Finanzamt. Und der erste Tag war für mich in doppelter Hinsicht eine Premiere, denn an diesem Tag habe ich zum ersten Mal überhaupt ein Finanzamt von innen gesehen. Ein Fremdheitsgefühl kam allerdings nie auf: Eng begleitet durch Mentoren lernte ich innerhalb von neun Monaten zunächst alle Stellen im Haus und dadurch viele Menschen kennen, die mir den Einstieg leicht machten. Im Rahmen einer dreimonatigen theoretischen Einweisung an der Bundesfinanzakademie konnte ich meine Kenntnisse im Steuerrecht intensivieren, lernte aber auch Grundsätze der Personalführung und der Organisationsentwicklung kennen. Dank diverser Hospitationen, die zu jedem Einweisungsjahr gehören, beispielweise in einem Finanzamt für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung, in der Groß-und Konzernbetriebsprüfung, im Rechenzentrum der Finanzverwaltung oder an der Fachhochschule für Finanzen bekam ich einen ungefähren Eindruck von der riesigen Bandbreite an beruflichen Möglichkeiten in der Finanzverwaltung. Die gesamte Finanzverwaltung mit all ihren Dienststellen und Finanzämtern ist eben ein ziemlich großer Laden.

Meinen ersten längeren Einsatz hatte ich als Sachgebietsleiter für den Bereich Steuererhebung in einem Finanzamt. Das Justiziariat der Oberfinanzdirektion war meine zweite Station. Dort war ich mit meinem Jura-Studium natürlich richtig gut aufgehoben. Danach folgte ein Einsatz als Sachgebietsleiter der Betriebsprüfungsstelle eines Finanzamts, später wurde ich stellvertretender Dienststellenleiter. Von dort ging es zurück zur Oberfinanzdirektion, um die Fusion der beiden Oberfinanzdirektionen Rheinland und Münster zu begleiten.

Heute bin ich 45 Jahre alt und leite das Finanzamt Lübbecke mit 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – eine Aufgabe, in der ich zu 100 Prozent aufgehe. Das Amt zeichnet sich durch einen großen Zusammenhalt der Kolleginnen und Kollegen untereinander aus. Die Mischung aus Personalführung und dem Steuerrecht sind herausfordernd und spannend zugleich. Kommunikation ist in meinem Beruf das A und O. Ich verbringe viel Zeit in Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen. Dabei geht es vielfach um fachliche, aber auch um persönliche Belange meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wichtig ist außerdem der Kontakt zu anderen Vorstehern, zur Oberfinanzdirektion oder zu Steuerberatern. Auch die Begleitung von steuerrechtlichen Einzelfällen ist ein Bestandteil meiner Arbeit.

In den letzten fünfzehn Jahren habe ich in sieben verschiedenen Bereichen an fünf unterschiedlichen Einsatzorten viele liebenswerte Kolleginnen und Kollegen kennenlernen dürfen. Mein Motor war immer, gute Arbeit machen zu wollen und einfach Spaß dabei zu haben. Die Finanzverwaltung NRW bietet sehr viele berufliche Wege und Abzweigungen an. Und viele Wege entstehen nur dadurch, dass man sie geht. Hier kann jeder seinen Nische und seinen Traumjob finden. Für mich persönlich gab es keinen einzigen Tag, an dem ich es bereut habe, gewechselt zu haben. Im Gegenteil: Jede Etappe meiner beruflichen Laufbahn in der Finanzverwaltung war und ist eine absolute Bereicherung für mich und jede Aufgabe hat ihren eigenen Reiz.

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