Lohnsteuer: Das müssen Sie als Arbeitgeber/-in wissen

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Gespeichert von Abteilung V am 28. Juli 2015
Bauarbeiter arbeiten auf einer Baustelle

Lohnsteuer: Das müssen Sie als Arbeitgeberin/Arbeitgeber wissen

Lohnsteuer ist die Steuer, die Sie als Arbeitgeber/-in für Ihre Mitarbeiter/-innen einbehalten und an das Finanzamt abführen. Bemessungsgrundlage für die Besteuerung ist der Arbeitslohn. Arbeitslohn sind alle Einnahmen und Vorteile, die Ihren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen aus dem Beschäftigungsverhältnis zufließen.

Das ist Arbeitslohn

Vereinfacht ausgedrückt ist Arbeitslohn alles, was Ihre Mitarbeiter/-innen im Rahmen des Arbeitsverhältnisses erhalten. Zum Arbeitslohn gehören unter anderem:

  • Löhne,
  • Gehälter,
  • Provisionen,
  • Leistungen für die Zukunftssicherung Ihres Arbeitnehmers,
  • Jubiläumszuwendungen,
  • Entlohnung für Überstunden,
  • Abfindung wegen Auflösung des Arbeitsverhältnisses sowie
  • Sachbezüge (zum Beispiel private Pkw-Nutzung).
Welche Formen der Besteuerung gibt es?

Sie haben die Möglichkeit die

  1. Lohnsteuer nach den individuellen Merkmalen Ihrer Mitarbeiter/-innen zu berechnen. Hierzu ist es notwendig, dass Sie die ELStAM (Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale) online bei der Finanzverwaltung abrufen. Daneben besteht aber auch die Möglichkeit, Ihren Mitarbeiter/-innen als
  2. kurzfristig Beschäftigte oder aber im Rahmen eines
  3. 450 €-Jobs zu beschäftigten.

Alle drei Möglichkeiten stellen wir Ihnen nachfolgend kurz vor.

Besteuerung nach Lohnsteuerabzugsmerkmalen

Die Höhe der Lohnsteuer, des Solidaritätszuschlags und ggf. der Kirchensteuer richtet sich nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen Ihrer Arbeitnehmer/-innen. Diese werden von der Finanzverwaltung im ELStAM-Verfahren (Verfahren der Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale) i. d. R. elektronisch zum Abruf bereitgestellt. Weitere Informationen finden Sie hier
 

So ermitteln Sie die Lohnsteuer

Die meisten Arbeitgeber/-innen nutzen ein Lohnsteuer-Berechnungsprogramm, mit dem sich nicht nur die Lohnsteuer, sondern auch die Sozialversicherungsabgaben berechnen lassen. Diese Programme sind im Handel erhältlich.

Einen online Lohnsteuerrechner finden Sie hier.

Kurzfristig Beschäftigte

Köche putzen Gemüse

Beschäftigen Sie Aushilfskräfte, können Sie die Lohnsteuer anstatt nach den individuellen Merkmalen mit einem Pauschsteuersatz von 25 % besteuern.
 

Voraussetzung ist, dass

  1. Sie Ihre Arbeitnehmer/innen nur kurzfristig beschäftigen und
  2. der durchschnittliche Stundenlohn nicht mehr als 12 € beträgt.

 

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn

  1. Ihr Mitarbeiter/Ihre Mitarbeiterin bei Ihnen gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird,
  2. die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt und
  3. der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 72 € durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt oder
  4. die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird (zum Beispiel Ersatz einer unvorhersehbar ausgefallenen Arbeitskraft).

 

Beispiele für unvorhersehbare Ereignisse:

  • durch einen Betriebsunfall müssen ausgefallene Arbeitskräfte sofort ersetzt werden,
  • mit Spezialaufgaben betraute Arbeitnehmer/innen erkranken plötzlich und sind dringend zu ersetzen,
  • unentschuldigt ferngebliebene Arbeitnehmer/innen müssen aus besonderen Gründen sofort ersetzt werden,
  • witterungsabhängige Arbeiten müssen unaufschiebbar vorgezogen oder nachgeholt werden,
  • Änderungsanordnungen Ihres Auftraggebers/Ihrer Auftraggeberin erfordern sofort zusätzliches Personal.
450 €-Mini-Jobber

Verkäuferin Buchhhandel

Beschäftigen Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Grundlage eines 450 €-Jobs, fallen folgende Abgaben an:

  • Pauschalbeitrag von 15 % des Arbeitslohns zur Rentenversicherung,
  • Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung von 13 % (sofern Ihre Mitarbeiterin/Ihr Mitarbeiter nicht privat krankenversichert ist),
  • pauschale Lohnsteuer von 2 % (kann der Arbeitgeber vom Arbeitslohn einbehalten, wenn Sie auf die Besteuerung nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen verzichten),
  • Daneben sind ggf. auch noch verschiedene Umlagen abzuführen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Minijob-Zentrale (www.minijob-zentrale.de).
     

Beiträge zahlen Sie an die Minijobzentrale

Alle Abgaben für Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die Sie im Rahmen eines 450 €-Mini-Jobs beschäftigen, zahlen Sie grundsätzlich an die Minijob-Zentrale. Voraussetzung ist, dass bei Ihren Beschäftigten ein Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung gezahlt wird.

Anmeldung, Berechnungshilfen

Diese Seite soll Ihnen einen ersten Überblick über die Möglichkeiten eines 450 €-Beschäftigungsverhältnisses geben. Um geringfügig entlohnte Beschäftigungen bzw. Beschäftigungen in so genannten Mini-Jobs kümmert sich die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Sie ist die zentrale Servicestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland.

Nähere Informationen zu den Voraussetzungen, zum Meldeverfahren, zu Beitragszahlungen usw. finden Sie hier:
http://www.knappschaft.de/ (Stichwort: Minijob-Zentrale) oder unter www.minijob-zentrale.de.
 

Solidaritätszuschlag

Als Arbeitgeber/-in behalten Sie bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren den Solidaritätszuschlag zur Lohnsteuer ein. Dieser beträgt 5,5 % der Lohnsteuer. Auch in den Fällen, in denen Sie die Lohnsteuer pauschalieren, beträgt der Solidaritätszuschlag stets 5,5 % der pauschalen Lohnsteuer. Lediglich im Pauschalsteuersatz von 2 % ist der Solidaritätszuschlag bereits enthalten.
 

Kirchensteuer

Die Kirchensteuer beträgt grundsätzlich 9 % der Lohnsteuer. Erhalten Sie über die Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM) davon Kenntnis, dass Ihre Mitarbeiterin/Ihr Mitarbeiter keiner Konfession angehört, für die die Finanzverwaltung die Vereinnahmung der Kirchensteuer übernommen hat, behalten Sie keine Kirchensteuer ein. Dies erledigt Ihr Lohnsteuerberechnungsprogramm aber in aller Regel automatisch.

In den Fällen der Lohnsteuerpauschalierung gelten Besonderheiten. Zu beachten ist, dass mit der pauschalen Lohnsteuer von 2 % die Kirchensteuer abgegolten ist. Dieser Pauschsteuersatz ist auch dann anzuwenden, wenn der Arbeitnehmer keiner oder keiner erhebungsberechtigten Kirche angehört.

Welche Erklärungs- und Zahlungsfristen sind von Ihnen zu beachten?

Die Lohnsteuer ist von Ihnen grundsätzlich nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz auf elektronischem Weg authentifiziert beim Finanzamt anzumelden. Der nachfolgenden Tabelle können Sie die Termine entnehmen, zu denen Sie Ihre Meldungen an die Finanzverwaltung übermitteln müssen.

Übersicht Abgabe und Fälligkeitszeitpunkt

Höhe der Lohnsteuer Anmeldung und Fälligkeit
Vorjahressteuer beträgt mehr als 5.000 € monatlich bis zum 10. des Folgemonats
Vorjahressteuer beträgt mehr als 1.080 € aber nicht mehr als 5.000 € vierteljährlich bis zum 10. April, 10. Juli, 10. Oktober des laufenden Jahres und 10. Januar des Folgejahres
Vorjahressteuer beträgt nicht mehr als 1.080 € jährlich bis zum 10. Januar des Folgejahres

 
Bitte beachten Sie, dass die angemeldete Lohnsteuer ohne weitere Zahlungsaufforderung zum genannten Fälligkeitszeitpunkt zu entrichten ist.
Elektronische Übermittlung von Lohnsteuerbescheinigungsdaten

Am Ende des Kalenderjahres oder bei Beendigung eines Dienstverhältnisses sind Sie als Arbeitgeber/-in verpflichtet, das Lohnkonto Ihrer Arbeitnehmerin/Ihres Arbeitnehmers abzuschließen. Aufgrund der Eintragungen im Lohnkonto übermitteln Sie der Finanzverwaltung spätestens bis zum 28. Februar des Folgejahres nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung.
 
Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2018 muss der Finanzverwaltung also bis spätestens 28. Februar 2019 übermittelt werden.
 

Elektronische Übermittlung von Lohnsteuerbescheinigungsdaten

Am Ende des Kalenderjahres oder bei Beendigung eines Dienstverhältnisses sind Sie als Arbeitgeber/-in verpflichtet, das Lohnkonto Ihrer Arbeitnehmerin/Ihres Arbeitnehmers abzuschließen. Aufgrund der Eintragungen im Lohnkonto übermitteln Sie der Finanzverwaltung spätestens bis zum 28. Februar des Folgejahres nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung.
 
Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2015 muss der Finanzverwaltung also bis spätestens 28. Februar 2016 übermittelt werden.
 

Rufen Sie das Übermittlungsprotokoll ab

Damit gewährleistet ist, dass die Daten der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung der Finanzverwaltung vollständig zur Verfügung stehen, sind Sie verpflichtet nach der elektronischen Übermittlung das Verarbeitungsprotokoll abzurufen.
 

Diese Angaben gehören in die elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2018

Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung 2018 muss folgende Angaben enthalten:

  1. Name, Vorname, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift Ihrer Angestellten,
  2. die Identifikationsnummer Ihrer Angestellten,
  3. die individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale Ihrer Angestellten (Steuerklasse ggf. mit Faktor, Zahl der Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmale, steuerfreier Jahresbetrag, Jahreshinzurechnungsbetrag) und den jeweiligen Gültigkeitsbeginn,
  4. Ihre Anschrift und Ihre Steuernummer.

Ihre Mitarbeiter/-innen erhalten einen Ausdruck

Neben der Übermittlung der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung an die Finanzverwaltung händigen Sie Ihren Arbeitnehmer/-innen einen nach amtlich vorgeschriebenem Muster gefertigten Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung aus. Alternativ können sie den Vordruck auch elektronisch bereitstellen.

Ihre Beschäftigten auf 450 €-Basis erhalten keine Lohnsteuerbescheinigung.

Hinweis

Aus Sicherheitsgründen können Sie diese Daten nur noch authentifiziert an die Finanzverwaltung übermitteln. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.elsteronline.de

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