Einkünfte aus Kapitalvermögen

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Schriftzug Bank auf Fassade eines Gebäudes

So werden Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen besteuert

Zinserträge, Dividenden und Co.

Haben Sie Zinsen, Dividenden oder andere Kapitalerträge erhalten? Dann erzielen Sie Einnahmen aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20 des Einkommensteuergesetzes (EStG) – vorausgesetzt das Kapitalvermögen, aus dem Sie diese Einnahmen erzielen, befindet sich in Ihrem Privatvermögen. Diese Einnahmen sind grundsätzlich steuerpflichtig. Im nachfolgenden Beitrag erhalten Sie einen Einblick in das Besteuerungsverfahren bei Kapitalerträgen. In diesem Text finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen wie: Was bedeutet eigentlich Abgeltungsteuer? Unter welchen Voraussetzungen muss ich meine Kapitalerträge in meiner Steuererklärung erklären? Wie hoch ist die Steuerbelastung bei Kapitalerträgen?

Bitte beachten Sie, dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit Kapitalerträgen aus Privat­vermö­gen. Gehört Ihr Kapitalvermögen zum Betriebsvermögen, so stellen etwaige Erträge aus diesem Vermögen Betriebseinnahmen dar, die z. B. Ihren Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbständi­ger Arbeit zuzurechnen sind.

Was bedeutet "Abgeltungsteuer"?

Kapitaleinkünfte wie beispielsweise Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus Aktien oder Fondsanteilen werden mit einem festen Kapitalertragsteuersatz von 25 % (+ Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Dies ist die sogenannte Abgeltungsteuer. Ihr Kreditinstitut behält die Abgeltungsteuer automatisch ein und führt sie an das Finanzamt ab. Grundsätzlich ist mit dem Abzug der Abgeltungsteuer (einschließlich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) alles erledigt. Eine Angabe in Ihrer Steuererklärung und das Ausfüllen der Anlage KAP (Kapitalvermögen) sind damit grundsätzlich entbehrlich. Hiervon gibt es jedoch Ausnahmen, die sich steuerlich durchaus positiv für Sie auswirken können und die wir Ihnen am Ende dieses Kapitels erklären werden.

Beispiel

Im Jahr 2018 erhalten Sie, ledig, Zinserträge von Ihrer Bank aus einer langjährigen Anleihe in Höhe von 2.801 €. Ihre Bank rechnet wie folgt:

  ohne Abzug von Kirchensteuer mit Abzug von Kirchensteuer
Zinserträge  2.801,00 €  2.801,00 €
abzgl. Sparer-Pauschbetrag gemäß Freistellungsauftrag    -801,00 €    -801,00 €
zu versteuernde Zinserträge  2.000,00 €  2.000,00 €
Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) 25 % (24,45 %)   -500,00 €   -489,00 €
Solidaritätszuschlag 5,5 %     -27,50 €     -26,90 €
Kirchensteuer 9 %  -     -44,00 €
Auszahlung  2.273,50 €  2.241,10 €

Hinweise:

  1. Der Sparer-Pauschbetrag ist ein Freibetrag in Höhe von 801 € pro Person im Jahr. Bei zusammen veranlagten Ehegatten/Lebenspartnern verdoppelt sich der Betrag.
  2. Bei einem Einbehalt von Kirchensteuer (9 %) ermäßig sich zugleich der Kapitalertragsteuerabzug von 25 % auf 24,45 %. Hierdurch wird bereits im Steuerabzugsverfahren pauschal berücksichtigt, dass Kirchensteuerzahlungen sich grundsätzlich als Sonderausgaben steuermindernd auswirken. Die Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer darf deshalb auch nicht nochmals als Sonderausgaben im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung abgezogen werden.
  3. Mit dem Steuereinbehalt (Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) ist alles erledigt. Dieser Steuereinbehalt durch die Bank hat Abgeltungswirkung. Sie brauchen Ihre Zinserträge in Ihrer Einkommensteuererklärung (Anlage KAP) nicht anzugeben.
  4. Stellen Sie aber fest, dass Sie Ihrer Bank keinen oder einen zu geringen Freistellungsauftrag erteilt haben, haben Sie zu viel Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) gezahlt, da der Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft worden ist. Die Kapitalertragsteuer können Sie jetzt nur noch im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen, indem Sie eine Überprüfung des Steuereinbehalts beantragen. Dazu füllen Sie die Anlage KAP aus.
  5. Liegt Ihr persönlicher Grenzsteuersatz (Erläuterung siehe unten ) unter 25 %, ist es sinnvoll, bei Ihrem Finanzamt eine Günstigerprüfung zu beantragen. Zu viel gezahlte Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) sowie Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer erhalten Sie dann zurück.

Weitere Details lesen Sie etwas weiter unten im Kapitel „So erklären Sie Ihre Einnahmen in Ihrer Einkommensteuererklärung“.

Der Sparer-Pauschbetrag

Mit dem Sparer-Pauschbetrag werden Ihre Werbungskosten im Zusammenhang mit Ihren Einnah­men aus Kapitalvermögen pauschal abgegolten. Ein Abzug Ihrer tatsächlichen Werbungskosten im Zusammenhang mit Ihren Einnahmen aus Kapitalvermögen ist grundsätzlich ausgeschlossen. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 801 € im Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehegatten/Lebenspartnern wird ein gemeinsamer Sparer-Pauschbetrag von 1.602 € gewährt.

Einnahmen aus Kapitalvermögen, die Sie in Ihrer Einkommensteuererklärung angeben müssen

In den nachfolgenden, ausgewählten Beispielsfällen sind Sie verpflichtet, Ihre Einnahmen aus Kapitalvermögen in Ihrer Steuererklärung vollständig anzugeben, da keine Abgeltungswirkung eingetreten ist:

  • Sie erhalten von Ihrem Finanzamt Zinsen auf Steuererstattungen (Erstattungszinsen nach § 233a AO). Diese Erstattungszinsen sind Kapitalerträge. Ein Kapitalertragsteuerabzug ist nicht erfolgt, da Sie die Zinsen nicht von einem Kreditinstitut (Bank) erhalten haben, sondern von Ihrem Finanzamt. Die Versteuerung der Erträge hat im Rahmen einer Einkommensteuerfestsetzung zu erfolgen.
  • Sie haben privat Geld verliehen und erhalten hierfür Zinsen vom Schuldner. Auch Zinsen im Zusammenhang mit Privatdarlehen stellen steuerpflichtige Kapitalerträge dar. Ein Kapitalertragsteuereinbehalt konnte durch den privaten Schuldner nicht erfolgen, so dass die Versteuerung dieser Erträge im Rahmen einer Einkommensteuerfestsetzung zu erfolgen hat.
  • Ihre Bank hat von Ihren Einnahmen aus Kapitalvermögen keinen Kirchensteuerabzug vorgenommen, weil Sie dem Datenabruf widersprochen haben. Besteht jedoch eine Kirchensteuerpflicht, ist der bislang durch die Bank nicht erfolgte Kirchensteuerabzug im Rahmen der Einkommensteuerfestsetzung nachzuholen.
So ermitteln sich Ihre Einkünfte aus Kapitalvermögen
Einnahmen aus Kapitalvermögen, z. B. Zinsen, Dividenden, Gewinne aus der Veräußerung von Aktien
abzüglich Sparer-Pauschbetrag von 801 € bzw. 1.602 €
= Einkünfte aus Kapitalvermögen
So nutzen Sie das Freistellungsverfahren optimal

Sie haben die Möglichkeit, den Sparer-Pauschbetrag mit Hilfe von – ggf. mehreren – Freistellungsaufträgen bereits im Steuerabzugsverfahren berücksichtigen zu lassen. Die Kreditinstitute stellen Ihre Einnahmen in der jeweiligen Höhe frei, kurzum: Sie erteilen Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag. Bis zu einer Höhe von maximal 801 € für Alleinstehende und 1.602 € für Ehegatten/Lebenspartner können Kapitalerträge vom Steuerabzug freigestellt werden. Liegt Ihrer Bank ein Freistellungsauftrag vor, werden bis zu der angegebenen Höhe Ihre Kapitalerträge vom Steuerabzug ausgenommen.

Beispiel

Sie, ledig, konfessionslos, haben Ihrer Online-Bank einen Freistellungauftrag über 200 € und Ihrer Hausbank einen Freistellungsauftrag über 601 € erteilt.
Sie erhalten im Jahr 2018 folgende Einnahmen aus Kapitalvermögen:

  • Online-Bank: 800 €
  • Hausbank:  201 €

Die Banken rechnen jetzt wie folgt:
 

  Online-Bank Hausbank
Einnahmen aus Kapitalvermögen  800,00 €  201,00 €
Sparer-Pauschbetrag gemäß Freistellungsauftrag -200,00 € -601,00 €
zu versteuernde Kapitalerträge  600,00 €       -
Kapitalertragsteuerabzug (Abgeltungsteuer) 25 % -150,00 €       -
Solidaritätszuschlag 5,5 % -   8,25 €       -
Auszahlungsbetrag  641,75 €  201,00 €
Gesamtauszahlung 842,75 €

In diesem Beispiel haben Sie Ihr Freistellungsvolumen nicht optimal ausgeschöpft. 400 € Ihres Freistellungsauftrags wirken sich zunächst nicht aus. Damit der nicht verbrauchte Sparer-Pauschbetrag bei Ihnen im Nachhinein berücksichtigt werden kann, ist es notwendig, dass Sie Ihrer Einkommensteuererklärung die Anlage KAP mit allen Steuerbescheinigungen beifügen. Sie haben in diesem Beispiel 105,50 € zu viel Abgeltungsteuer (einschl. Solidaritätszuschlag) gezahlt, die Sie sich von Ihrem Finanzamt zurückholen können.
Weitere Infos erhalten Sie etwas weiter unten im Menüpunkt „So erklären Sie Ihre Einnahmen in Ihrer Einkommensteuererklärung“.

Der Betrag von 105,50 € ermittelt sich wie folgt:
  

Nicht ausgeschöpfter Sparer-Pauschbetrag 400,00 €
Kapitalertragsteuerabzug (Abgeltungsteuer) 25 % 100,00 €
Solidaritätszuschlag 5,5 %         5,50 €
Steuerabzug gesamt 105,50 €

Für das Jahr 2018 sollten Sie Ihre Freistellungsaufträge anpassen. Es bietet sich an, Ihrer Online-Bank einen Freistellungsauftrag über den Gesamtbetrag von 801 € zu erteilen. Gleichzeitig muss der Freistellungsauftrag bei Ihrer Hausbank gelöscht werden.

Grundsätzlich gilt der von Ihnen erteilte Freistellungsauftrag für ein Kalenderjahr (1. Januar - 31. Dezember). Er läuft jedoch weiter, wenn Sie ihn nicht befristen, ändern oder widerrufen. Eine Befristung ist nur zum Ende des jeweiligen Kalenderjahres möglich. Mit dem Tod des Kontoinhabers verlieren die erteilten Aufträge automatisch ihre Gültigkeit. Um weiterhin den Abzug von Abgeltungsteuer zu verhindern bzw. zu verringern, muss der Erbe einen eigenen Freistellungsauftrag erteilen.

Unser Tipp:

Wir empfehlen Ihnen, Ihren Freistellungsauftrag Ihrer Bank rechtzeitig vor der ersten Gutschrift zu erteilen. Möglich ist dies aber auch jederzeit im Laufe des Jahres. Wenn Sie feststellen, dass der von Ihnen erteilte Freistellungsbetrag bei Ihrer Bank zu niedrig oder zu hoch ist, können Sie Ihren Freistellungsauftrag jederzeit ändern. Hierzu erhalten Sie bei Ihrer Bank einen entsprechenden Vordruck. Achten Sie nur darauf, dass Sie den Höchstbetrag (801 € bzw. 1.602 €) nicht überschreiten.

Wann Sie die Günstigerprüfung in Ihrer Steuererklärung beantragen sollten

Wenn Sie der Meinung sind, dass die Abgeltungssteuer bei Ihnen im Vergleich zu Ihrem progressiven Steuertarif zu einer höheren Steuerbelastung führt, können Sie die Einbeziehung Ihrer Kapitaleinkünfte in den allgemeinen progressiven Einkommensteuertarif beantragen. Die Höhe des allgemeinen Einkommensteuertarifes ist dabei nicht entscheidend, maßgebend ist allein, wie hoch Ihre Steuerbelastung bei einer Einbeziehung der Kapitaleinkünfte im Vergleich zu einer Besteuerung mit dem Abgeltungsteuersatz ist. Ihr Finanzamt prüft beide Alternativen und wendet die für Sie günstigere Variante an (sog. Günstigerprüfung).

Lohnen dürfte sich die Ausübung dieses Wahlrechts vor allem bei einem zu versteuernden Einkommen bis rund 16.000 Euro für Ledige und bis rund 32.000 Euro bei einer Zusammenveranlagung. Darüber hinaus wird ohnehin ein (Grenz-)Steuersatz von 25 % erreicht. Sind diese Grenzwerte bei Ihnen überschritten, kann der Antrag dann für Sie vorteilhaft sein, wenn für die Kapitalerträge die Gewährung des Altersentlastungsbetrags in Betracht kommt. Der Altersentlastungsbetrag wird ab dem Kalenderjahr gewährt, das auf die Vollendung des 64. Lebensjahrs folgt. Eine Steuerminderung für die Kapitalerträge ergibt sich allerdings nur, wenn der Altersentlastungsbetrag nicht bereits aufgrund anderer positiver Einkünfte vollständig ausgeschöpft ist. Zu beachten ist auch, dass bei der Bemessung des Altersentlastungsbetrags Renteneinkünfte und Versorgungsbezüge außer Betracht bleiben.

Unser Tipp:

Bitte berücksichtigen Sie, dass der Antrag auf Günstigerprüfung nur unter bestimmten Voraussetzungen zu einer niedrigeren Besteuerung führt. Liegen diese Voraussetzungen ganz offensichtlich nicht vor, kann auf den Antrag und eine vollumfängliche Erklärung der Kapitalerträge verzichtet werden.

So beantragen Sie die Günstigerprüfung

Die Günstigerprüfung beantragen Sie mit der Ziffer „1“ (= Ja) in der Zeile 4 der Anlage KAP.

 

Stellt Ihr Finanzamt fest, dass die Besteuerung Ihrer Kapitaleinkünfte mit dem Abgeltungsteuersatz ungünstiger ist als mit Ihrem persönlichen Steuersatz, geschieht Folgendes:

Die von Ihrer Bank einbehaltene Kapitalertragsteuer wird auf die im Steuerbescheid festgesetzte Einkommensteuer als Vorauszahlung angerechnet und ggfs. anschließend erstattet. Dies gilt natürlich auch für den von Ihrer Bank einbehaltenen Solidaritätszuschlag und ggf. für die Kirchensteuer.

Führt die Günstigerprüfung dazu, dass die Besteuerung mit Ihrem persönlichen Steuersatz ungünstiger ist als die Abgeltungsteuer, bleibt der Abzug von 25 % unverändert bestehen. Sie erhalten immer das günstigste Ergebnis.

So funktioniert der automatische Kirchensteuerabzug seit 2015

Ab dem Jahr 2015 erfolgt der Kirchensteuerabzug auf Ihre Kapitalerträge durch Banken, Bausparkassen und Versicherungen automatisch. Eine gesonderte Beauftragung Ihrer Bank, wie es noch für das Jahr 2014 notwendig war, ist nicht mehr erforderlich. Möglich wird dies durch die KiStAM-Datenbank, die beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) geführt wird. Banken, Versicherungen oder Bausparkassen erfragen beim BZSt, ob für Sie eine Kirchensteuerpflicht besteht. Dafür benötigt Ihre Bank Ihre Steuer-Identifikationsnummer.

Sie haben die Möglichkeit, dem Datenabruf Ihrer Bank beim BZSt zu widersprechen. Sie sind dann allerdings verpflichtet, eine Erklärung bei Ihrem Finanzamt vorzulegen, in der Sie Ihre gesamten Einnahmen aus Kapitalvermögen bzw. den Kapitalertragsteuerabzug erklären.

Ihr Finanzamt erhält über Ihren Widerspruch eine Kontrollmitteilung

Sofern Sie dem Datenabruf Ihrer Bank beim BZSt widersprechen, wird Ihr Wohnsitzfinanzamt vom BZSt informiert. Damit wird sichergestellt, dass die Kirchensteuer im Rahmen Ihrer Veranlagung zutreffend nachberechnet werden kann.

Beispiel

Sie, ledig, erzielen 2018 bei Ihrer Bank Einnahmen aus Kapitalvermögen in Höhe von 2.001 €.
Nachfolgend stellen wir Ihnen vor, wie Ihre Bank rechnet, wenn Sie dem Datenabruf bzgl. Ihrer Religionszugehörigkeit widersprochen haben bzw. dies unterlassen.

  Datenabruf nicht widersprochen Datenabruf widersprochen
Einnahmen aus Kapitalvermögen        2.001 €        2.001 €
Sparer-Pauschbetrag gemäß Freistellungsauftrag -        801 € -        801 €
zu versteuernde Kapitalerträge        1.200 €        1.200 €
Kapitalertragsteuerabzug 
(Abgeltungsteuer) 25 % (24,45 %)
-    293,40 € -    300,00 €
Solidaritätszuschlag -      16,14 € -      16,50 €
Kirchensteuerabzug -      26,41 €             -  
Auszahlungsbetrag    1.665,05 €    1.684,50 €

 

Haben Sie dem Datenabruf Ihrer Bank bezüglich Ihrer Religionszugehörigkeit widersprochen, sind Sie zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet.
Der fehlende Kirchensteuerabzug wird dann im Rahmen der Veranlagung nachberechnet.

So erklären Sie Ihre Kapitalerträge wegen des Nichteinbehalts der Kirchensteuer

Im so genannten Mantelbogen sowie auf der Anlage KAP in Zeile 2 markieren Sie das Kästchen „Erklärung zur Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge“ mit einem Kreuzchen. In der Anlage KAP tragen Sie zusätzlich in der Zeile 6 in das Feld eine „1“ (= Ja) ein und geben auf der 2. Seite der Anlage KAP die einbehaltene Kapitalertragsteuer und den Solidaritätszuschlag an.

Ihrer Erklärung fügen Sie bitte die Jahressteuerbescheinigung Ihrer Bank bei, die Sie nach dem Ende des jeweiligen Jahres erhalten.
Das Finanzamt berechnet dann die Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer. Damit Ihr Finanzamt die Kapitalertragsteuer nachträglich noch um ein Viertel der Kirchensteuer mindert, müssen Sie noch in der Anlage KAP zusätzlich die Ziffer „1“ (= Ja) in das Feld in der Zeile 5 (Überprüfung des Steuereinbehalts) eintragen sowie Angaben zur Höhe der Kapitalerträge (Zeile 7) und zum in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrag (Zeile 12 und 13) machen.

So erklären Sie Ihre Einnahmen in Ihrer Einkommensteuererklärung

Die Jahressteuerbescheinigung

Für die Anrechnung bzw. Erstattung Ihrer Kapitalertragsteuer müssen Sie Ihrer Einkommensteuererklärung die Jahressteuerbescheinigungen Ihrer Kreditinstitute im Original übersenden. Nur so erhält Ihr Finanzamt Kenntnis von den einbehaltenen Steuerbeträgen. Ihre Bank überweist die Abgeltungsteuer für ihre Kunden in einer Summe und nicht nach Kunden getrennt an das Finanzamt. In der Regel sendet Ihnen Ihre Bank Ihre Jahressteuerbescheinigung nach amtlichem Muster automatisch für das abgelaufene Jahr zu. Sollte dies nicht der Fall sein, fordern Sie die Steuerbescheinigungen bei Ihrer Bank an. Hierzu reicht oftmals ein Anruf bei Ihrem Sachbearbeiter/Ihrer Sachbearbeiterin oder ein „Klick“ im Onlinebereich Ihrer Bank.

Software erleichtert Ihnen das Erstellen Ihrer Einkommensteuer­erklärung mit Anlage KAP

Damit Ihnen das Erstellen Ihrer Einkommensteuererklärung einfacher gelingt, können Sie die Software nutzen, die Ihnen die Finanzverwaltung kostenlos zur Verfügung stellt. Im Bereich der Anlage KAP erfordert die Software, dass Sie die Summen mehrerer Steuerbescheinigungen selbst ermitteln und dann entsprechend in die Ausfüllhilfe ElsterFormular übernehmen.

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