Steuertipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

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Gespeichert von Abteilung V am 18. August 2015
Tischler in Werkstatt

Steuertipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: So meistern Sie die Anlage N

Ab wann lohnt sich die Abgabe einer Einkommensteuerklärung? Wer muss eine Steuererklärung abgeben? Welche Kosten können Sie als Werbungskosten geltend machen? Wo erhalten Sie die notwendigen Formulare? Auf diese und weitere Fragen erhalten Sie hier Antworten.

Antragsveranlagung oder Pflichtveranlagung: Wer muss eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Freiwillige Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung

Wenn Sie ausschließlich Arbeitslohn beziehen, von dem bereits die Lohnsteuer durch Ihren Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin einbehalten worden ist, sind Sie grundsätzlich nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

Sie können aber freiwillig eine Einkommensteuererklärung abgeben (so genannte Antragsveranlagung). Die Abgabe einer freiwilligen Einkommensteuererklärung kann sich insbesondere dann lohnen,

  • wenn Sie nicht ununterbrochen in einem Dienstverhältnis gestanden haben,
  • wenn die Höhe Ihres Arbeitslohns im Laufe des Jahres geschwankt hat und von Ihrer Arbeitgeberin/Ihrem Arbeitgeber ein betrieblicher Lohnsteuer-Jahresausgleich noch nicht durchgeführt worden ist,
  • wenn sich Ihre Steuerklasse oder die Zahl Ihrer Kinder im Laufe des Jahres zu Ihren Gunsten geändert hat und dies noch nicht bei einem betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleich durch Ihre Arbeitgeberin/Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist,
  • wenn Ihnen Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen entstanden sind,
  • wenn Ihnen Aufwendungen für eine Basis-Krankenversicherung und/oder gesetzliche Pflegeversicherung entstanden sind, die die vom Arbeitgeber/-in im Lohnsteuerabzugsverfahren berücksichtigte Mindestvorsorgepauschale übersteigen.

Für die Abgabe Ihrer freiwilligen Einkommensteuererklärung haben Sie vier Jahre Zeit

Wenn Sie Ihre Einkommensteuererklärung freiwillig abgeben, dann haben Sie vier Jahre nach Entstehung der Steuer Zeit, Ihre Einkommensteuerklärung bei Ihrem Finanzamt vorzulegen. Diese Frist ist nicht verlängerbar. Ihre Einkommensteuererklärung 2014 können Sie beispielsweise freiwillig noch bis zum 31. Dezember 2018 bei Ihrem Finanzamt abgeben. Nach den vier Jahren tritt in der Regel die so genannte "Festsetzungsverjährung" ein und eine Erstattung von zuviel gezahlten Steuern ist dann nicht mehr möglich.

Wann Sie verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung bei Ihrem Finanzamt vorzulegen

Zur Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung sind Sie unter anderem verpflichtet,

  • wenn Sie Einkünfte, von denen keine Lohnsteuer einbehalten worden ist, von mehr als 410 € jährlich erhalten haben,
  • wenn bei Ihrem Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt worden ist und bestimmte Arbeitslohngrenzen  (im Kalenderjahr 2017 bei Ledigen 11.200 €/bei Ehegatten/Lebenspartnern insgesamt 21.250 €) überschritten sind, ausgenommen sind lediglich Pauschbeträge für behinderte Menschen oder Hinterbliebene und Kinderfreibeträge,
  • wenn Sie bestimmte Lohnersatzleistungen (zum Beispiel Arbeitslosengeld, Teilarbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Krankengeld, Mutterschaftsgeld, Elterngeld) von mehr als 410 € im Jahr erhalten haben,
  • wenn beide Eheleute Arbeitslohn erhalten und einer für das Kalenderjahr oder einen Teil des Kalenderjahres nach den Steuerklassen V oder VI besteuert wird,
  • wenn die im Rahmen des Steuerabzugs vom Arbeitslohn berücksichtigten Beträge für Kranken-und Pflegeversicherung (Vorsorgepauschale oder nachgewiesene Beiträge zur privaten Basis-Kranken-und Pflege-Pflichtversicherung) größer sind als die abziehbaren Vorsorgeaufwendungen und bestimmte Arbeitslohngrenzen überschritten sind (im Kalenderjahr 2017 bei Ledigen 11.200 €/bei Ehegatten/Lebenspartnern insgesamt 21.250 €),
  • wenn Sie von Ihrem Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung aufgefordert werden.

Abgabepflicht bedeutet auch Abgabefrist

Wenn Sie aufgrund der oben genannten Punkte verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, muss diese grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres Ihrem Finanzamt vorliegen.

Auf der Anlage N erfassen Sie Ihre Einnahmen und Ausgaben als Arbeitnehmerin/ Arbeitnehmer

Erzielen Sie Einnahmen aus der Tätigkeit als Arbeitnehmerin/Arbeitnehmer - steuerlich spricht man von Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit - und müssen oder wollen Sie eine Einkommensteuererklärung abgeben, benötigen Sie für Ihre Einkommensteuererklärung die Anlage N.

Auf der Anlage N erfassen Sie zunächst die Einnahmen sowie die einbehaltene Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag sowie etwaige einbehaltene Lohnkirchensteuer. Diese Werte teilt Ihnen Ihr Arbeitgeber über Ihre Lohnsteuerjahresbescheinigung mit. Hierfür stehen Ihnen auf Ihrer Anlage N die Zeilen 5 bis 29 zur Verfügung.

Ihre Werbungskosten erfassen Sie auf den Seiten 2 bis 4 der Anlage N. Im Bereich Informationen/Downloads finden Sie ein Muster der Anlage N. Die Muster-Anlage kann Ihnen helfen, an alle Aufwendungen zu denken, die mit Ihrer Tätigkeit als Arbeitnehmer/-in in Zusammenhang stehen.

Werbungskosten: Pauschbetrag oder Einzelabrechnung?

Ihr Finanzamt berücksichtigt von Amtswegen einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 €/Jahr als pauschale Werbungskosten. Dabei ist es gleichgültig, ob Ihnen Aufwendungen in dieser Höhe entstanden sind oder nicht.

  • Liegen Ihre tatsächlichen Werbungskosten unter 1.000 €/Jahr, müssen Sie Ihre tatsächlichen Werbungskosten nicht angeben. Der Werbungskosten-Pauschbetrag wird von Amtswegen erfasst und muss von Ihnen nicht (zusätzlich) angegeben werden.
  • Liegen Ihre tatsächlichen Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 €/Jahr, berücksichtigt Ihr Finanzamt hingegen Ihre tatsächlichen Kosten. Dazu müssen Sie sämtliche Aufwendungen im Einzelnen auf der Anlage N angeben und auf Anfrage auch belegen können. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag wird nicht zusätzlich berücksichtigt.

In der Broschüre „Steuertipps für alle Steuerzahlenden“, die in unserem Broschürenservice  auch als Download kostenlos bereitsteht, finden Sie ab Seite 20 ff. eine Auflistung, welche Aufwendungen Sie geltend machen können. 

Arbeiten in den Niederlanden und in Belgien

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Staaten der Europäischen Union gilt innerhalb der EU Freizügigkeit bei der Wahl des Arbeitsortes. Derzeit pendeln etwa 18.000 Frauen und Männer aus Nordrhein-Westfalen zur Arbeit über die niederländische und die belgische Grenze.

Wertvolle Hilfe für die Jobsuche über Grenzen hinweg

Rente, Krankenversicherung, Arbeitsrecht: Wer in Nordrhein-Westfalen wohnt, aber bei den Nachbarn in den Niederlanden oder in Belgien arbeiten will, braucht eine Fülle von Informationen.

Einige Beispiele:

  • Welche Unterschiede gibt es zwischen den Niederlanden und Deutschland beim Rentenalter oder der Beurteilung der Arbeitsfähigkeit?
  • Welche Leistungen werden von Krankenversicherungen erbracht?
  • Was geschieht im Falle der Arbeitslosigkeit?
  • Welche Unterschiede gilt es beim Kindergeld zu beachten?

Informationen zu dem Thema finden Sie auf der Seite Grenzpendler.

Hier erhalten Sie die Formulare für Ihre Steuererklärung

Die für Ihren Steuerfall erforderlichen Formulare können Sie sich bei Ihrem Finanzamt abholen. Alternativ können Sie die Formulare auch im Formularcenter des Bundesministeriums der Finanzen herunterladen. Hier gelangen Sie zum Formularcenter.

 

 

Wenn Sie einen PC mit Internetzugang haben, empfehlen wir Ihnen, Ihre Einkommensteuererklärung am PC zu erstellen und elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Wie das funktioniert und welche Vorteile Sie davon haben, erfahren Sie in einem separaten Beitrag: Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen ELSTER (Elektronische Steuererklärung) bietet.

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