Steuertipps für Arbeitssuchende

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Gespeichert von Abteilung V am 18. August 2015
Zimmermann bei der Arbeit

Steuertipps für Arbeitssuchende

Bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz, entstehen Ihnen in aller Regel Kosten, die Sie häufig als Werbungskosten absetzen können. In diesem Kapitel möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Aufwendungen bei der Arbeitsplatzsuche auch in Zeiten der Erwerbslosigkeit steuerlich geltend machen können.

Werbungskosten entstehen auch bei Arbeitslosigkeit

Werbungskosten fallen sowohl für Ihr

  • aktives Beschäftigungsverhältnis an,
  • als auch bei der Suche nach einem neuen Beschäftigungsverhältnis.

Die Aufwendungen, die Ihnen dabei entstehen, können Sie als Werbungskosten auch dann geltend machen, wenn Sie zur Zeit kein Beschäftigungsverhältnis ausüben.

Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Fahrtkosten und Spesen bei Vorstellungsterminen, sofern diese nicht erstattet worden sind,
  • Kosten für Fotokopien von Bewerbungsunterlagen,
  • Kosten für Bewerbungsfotos,
  • Aufwendungen für das Erstellen von Bewerbungsmappen wie Hefter, Briefumschläge, Porto,
  • Inserate,
  • Bewerbungstraining.

Für Ihren Werbungskostenabzug kommt es nicht darauf an, ob Ihre Bewerbung letztendlich erfolgreich war.

Aufwendungen für die berufliche Fortbildung

Aufwendungen, die im Zusammenhang mit Ihrem früher ausgeübten Beruf stehen, können Sie ebenfalls als Werbungskosten geltend machen. Besuchen Sie z. B. während Ihrer Arbeitslosigkeit Lehrgänge und Vorträge, um Ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern, dann können Sie die Kursgebühren, Fahrtkosten oder Büromaterial steuerlich geltend machen. Gleiches gilt auch für Aufwendungen im Rahmen von Umschulungsmaßnahmen, wenn diese in einem konkreten, objektiv feststellbaren Zusammenhang mit Ihren späteren, steuerpflichtigen Einnahmen aus der angestrebten beruflichen Tätigkeit stehen.

Aufwendungen in dem Jahr angeben, in dem sie entstehen

Ihre Werbungskosten machen Sie in dem Jahr geltend, in dem Sie Ihnen entstanden sind. Haben Sie keine weiteren Einkünfte aus einer Tätigkeit als Arbeitnehmer erzielt, erzielen Sie einen Verlust, der in aller Regel nicht verloren ist. Ihre Kosten können in einem solchen Fall in einem anderen Kalenderjahr berücksichtigt werden, in dem Sie Arbeitslohn bezogen haben oder andere Einkünfte vorhanden sind, mit denen Ihre Aufwendungen verrechnet werden können.
 
Die Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung in einem anderen Kalenderjahr regelt § 10 d des Einkommensteuergesetzes (EStG). Demnach können Ihre Ausgaben, die wegen fehlender Einnahmen nicht im gleichen Jahr verrechnet werden können, als

  1. Verlust in das unmittelbar vorangegangene Jahr zurückgetragen werden (Verlustrücktrag) oder
  2. in den Folgejahren geltend gemacht werden (Verlustvortrag).

 

Beispiel

Martin Meier, ledig, ist seit Mitte des Jahres 2014 arbeitslos. Auch im Jahr 2015 hat er trotz intensiver Bemühungen keine Arbeitsstelle finden können.
 
Außer seinem Arbeitslosengeld verfügte Martin Meier im Jahre 2015 über keine weiteren Einnahmen. Für Bewerbungen und eine Fortbildung hat Martin Meier im Jahr 2015 insgesamt 2.500 € ausgegeben. Seit 1. März 2016 hat er wieder einen festen Arbeitsplatz.
 
Martin Meier kann jetzt zwischen drei Varianten wählen:

  1. Da er im Jahr 2014 Geld verdient hat, lässt er den steuerlichen Verlust von 2.500 € des Jahres 2015 in das Jahr 2014 zurücktragen (Verlustrücktrag).
  2. Im Lohnsteuerabzugsverfahren für 2016 lässt er sich einen Freibetrag in Höhe von 2.500 € eintragen, um so monatlich eine geringe Lohnsteuer zu zahlen.
  3. Martin Meier kann den Verlust von 2.500 € bei seiner Einkommensteuer-Veranlagung 2016 geltend machen (Verlustvortrag).
Arbeitslosenunterstützung kann Steuersatz beeinflussen

Der Bezug von Arbeitslosengeld ist zwar steuerfrei – die im Leistungsnachweis oder im Zwischenbescheid ausgewiesenen Leistungen der Agentur für Arbeit werden jedoch bei der Ermittlung des Steuersatzes berücksichtigt (Progressionsvorbehalt). Das heißt, die Einkommensersatzleistungen beeinflussen die Höhe der Steuer, die auf die übrigen steuerpflichtigen Einkünfte zu entrichten ist.
 
Das gleiche gilt für Lohnersatzleistungen wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld und Insolvenzgeld. Gründungszuschüsse sind hingegen steuerfrei und unterliegen nicht dem Progressionsvorbehalt.

Die Agentur für Arbeit stellt Ihnen am Ende des Jahres eine entsprechende Bescheinigung zur Verfügung, die Sie zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung Ihrem Finanzamt vorlegen.
 

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