Steuertipps für Eltern

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Gespeichert von Abteilung V am 19. August 2015
Kinder stehen im Kreis und schauen nach unten

Steuertipps für Eltern

Mit Kindern Steuern sparen

Eltern werden in Deutschland auf vielfältige Weise vom Staat unterstützt und finanziell entlastet. Zum einen gibt es Kindergeld, das erhalten alle Eltern einkommensunabhängig. Zum anderen gibt es eine Reihe von steuerlichen Ermäßigungen und Vergünstigungen, die sich im Rahmen Ihrer Einkommensteuerveranlagung auswirken. In diesem Kapitel geben wir Ihnen Hinweise, von welchen Steuererleichterungen Sie und Ihre Familie profitieren können.

Kindergeld

Unabhängig von Ihrem Einkommen, erhalten Sie Kindergeld. Es beträgt monatlich:

Anzahl der Kinder ab 1. Januar 2017 ab 1. Januar 2016
für das erste und zweite Kind jeweils          192 €         190 €
für das dritte Kind          198 €         196 €
für das vierte und jedes weitere Kind          223 €         221 €

Kindergeld beantragen Sie bei Ihrer Familienkasse

Das Kindergeld beantragen Sie schriftlich bei der für Sie zuständigen Familienkasse. Entsprechende Antragsvordrucke können Sie auf der Webseite der Familienkasse abrufen.

Sind Sie im öffentlichen Dienst beschäftigt oder erhalten Sie Versorgungsbezüge wird Ihnen das Kindergeld von Ihrem öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber bzw. Dienstherrn ausgezahlt.

Weitere Fragen zum Thema Kindergeld beantwortet Ihre zuständige Familienkasse.

Angabe der Steuer-Identifikationsnummer Ihrer Kinder

Ab 2016 muss jeder, der Kindergeld erhalten möchte, bei seiner Familienkasse seine Steuer-Identifikationsnummer und die Steuer-Identifikationsnummer seines Kindes angeben.

Fragen und Antworten zum Thema finden Sie auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern.
Für die Beschäftigten des Landes NRW hat das Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV) alle wesentlichen Informationen zusammengestellt. Diese finden Sie unter: Vorlage der Steueridentifikationsnummer der Kinder beim LBV.

Weitere Informationen zur Steueridentifikationsnummer finden Sie bei den Infos von A bis Z unter dem Buchstaben I.

Kinderfreibetrag und Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf

Im Rahmen Ihrer jährlichen Einkommensteuerveranlagung prüft das Finanzamt, ob für Sie die Auszahlung des Kindergeldes oder die Berücksichtigung der Kinderfreibeträge in Ihrem Einkommensteuerbescheid günstiger ist. Für diese Überprüfung benötigt das Finanzamt von Ihnen eine ausgefüllte Anlage Kind. Achten Sie bitte darauf, dass Sie für jedes Kind eine eigene Anlage Kind erstellen und ausfüllen.

  1. Sollte die Auszahlung des Kindergeldes für Sie vorteilhafter sein, bleibt es bei der Kindergeldauszahlung durch die Familienkasse. Bei der Ermittlung Ihres zu versteuernden Einkommens werden keine Kinderfreibeträge berücksichtigt.
  2. Ist aber die Berücksichtigung der Kinderfreibeträge für Sie vorteilhafter, werden diese in Ihrem Steuerbescheid angesetzt. Gleichzeitig findet automatisch eine Verrechnung mit dem Ihnen ausgezahlten Kindergeld statt. Damit ist sichergestellt, dass Sie neben dem Kindergeld nicht auch noch die Kinderfreibeträge erhalten. Ihr Finanzamt nimmt diese Prüfung jährlich vor. Diese Verrechnung findet in Ihrem Einkommensteuerbescheid statt. Sie müssen kein Kindergeld an Ihre Familienkasse zurückzahlen.

 

Für das Kalenderjahr 2016 berücksichtigt das Finanzamt je Elternteil folgende Freibeträge automatisch:

Freibetrag Betrag
Kinderfreibetrag für das so genannte sächliche Existenzminimum 2.304 €
Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf 1.320 €
Summe (dieser Betrag wird im Steuerbescheid ausgewiesen): 3.624 €

  

Werden Sie als Eltern zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, verdoppeln sich diese Freibeträge im Jahr 2016 wie folgt:

Freibetrag Betrag
Kinderfreibetrag für das so genannte sächliche Existenzminimum 4.608 €
Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf 2.640 €
Summe (dieser Betrag wird im Steuerbescheid ausgewiesen): 7.248 €

Bei Kindern, die im Ausland leben und deshalb nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind, wird der Kinderfreibetrag nur insoweit abgezogen, als er nach den Verhältnissen des Wohnsitzstaates des Kindes notwendig und angemessen ist. Er vermindert sich deshalb gegebenenfalls um 1/4, um 1/2 oder um 3/4 jährlich.
 

Patchworkfamilie

Leben Familien mit eigenen, aber nicht mit gemeinsamen Kindern zusammen, handelt es sich um so genannte Patchworkfamilien. Auch hier erhalten die jeweiligen Eltern den Kinderfreibetrag, wenn die Berücksichtigung vorteilhafter ist als die Auszahlung des Kindergeldes.  
 

Übertragung des Kinderfreibetrags

Kommt ein Elternteil seinen Unterhaltsverpflichtungen nicht nach, kann sein Kinderfreibetrag auf den anderen Elternteil übertragen werden. Der Antrag hierfür wird mit der Anlage Kind gestellt; auszufüllen ist die Zeile 38, in dem eine "1" für "ja" eingetragen wird. Gleichzeitig kann auch der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbetrag für das minderjährige Kind übertragen werden, wenn es beim anderen Elternteil nicht gemeldet war. Hierzu ist es ausreichend, in Zeile 40 der Anlage Kind, den Wert "1" einzutragen.

 

Übertragung auf Stief- und Großeltern möglich

Der Kinderfreibetrag kann gegebenenfalls zusammen mit dem Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf auch auf einen Stiefelternteil oder auf Großeltern übertragen werden, wenn diese das Kind in ihren Haushalt aufgenommen haben oder einer Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind unterliegen.
 

Kinder und Ihre Einkommensteuer-Vorauszahlungen

Ihre kindbedingten Freibeträge werden nur bei der Berechnung des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer berücksichtigt. Erst wenn Sie Ihre Einkommensteuer-Erklärung vorlegen, prüft Ihr Finanzamt, ob für Sie das ausgezahlte Kindergeld oder die Berücksichtigung der kindbedingten Freibeträge in Ihrem Einkommensteuerbescheid günstiger sind. Bis dahin werden die Freibeträge bei der Berechnung etwaiger Einkommensteuer-Vorauszahlungen nicht berücksichtigt.

Welche Bedeutung hat das Alter Ihres Kindes für Kindergeld und Kinderfreibetrag?

Die Voraussetzungen für die Berücksichtigung von Kindern für die Gewährung des Kindergeldes bzw. des Kinderfreibetrags sowie der Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf sind für bestimmte Altersgruppen unterschiedlich geregelt:
 

Kinder bis 18 Jahre

Kindergeld bzw. die Freibeträge für Kinder stehen Ihnen ohne weitere Voraussetzung in vollem Umfang ab dem Kalendermonat zu, in dem Ihr Kind geboren wurde, und in jedem folgenden Kalendermonat, zu dessen Beginn es das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. 

Kinder zwischen 18 bis 21 Jahre

Für Ihre Kinder erhalten Sie alle kindbedingten Vergünstigungen, wenn sie nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und bei einer inländischen Agentur für Arbeit als Arbeitsuchende gemeldet sind. Übt Ihr Kind eine 450 €-Tätigkeit aus, stehen Ihnen Kindergeld bzw. die kindbedingten Vergünstigen weiterhin zu.

Kinder zwischen 18 bis 25 Jahre

Hat Ihr Kind das 18., aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet, wird es für die Gewährung des Kindergeldes bzw. der Freibeträge für Kinder berücksichtigt, wenn es

  • für einen Beruf ausgebildet (Schulausbildung, Studium) wird, oder
  • sich in einer Übergangszeit z. B. zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung eines Wehr- oder Zivildienstes von höchsten vier Monaten befindet,
  • eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann oder
  • ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr leistet.

Über 18 Jahre alte Kinder werden grundsätzlich bis zum Abschluss ihrer erstmaligen Berufsausbildung oder ihres Erststudiums berücksichtigt.  
 

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Wenn Sie alleinerziehend sind, dann können Sie einen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende geltend machen. Den Entlastungsbetrag erhalten Sie, wenn sie „alleinstehend“ sind,

Darunter fallen Elternteile,

  • die nicht verheiratet (ledig, geschieden) sind,
  • die von ihrem Ehegatten dauernd getrennt leben,
  • die verwitwet sind oder
  • deren Ehegatte im Ausland lebt und nicht unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist und
  • die keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person bilden.

Weitere Voraussetzung ist, dass zu Ihrem Haushalt als Alleinerziehende mindestens ein Kind gehört, für das Sie Kindergeld erhalten oder Ihnen ein Freibetrag für Kinder zusteht. Die Haushaltszugehörigkeit liegt vor, wenn Ihr Kind bei Ihnen gemeldet ist.

 

Der Entlastungsbetrag beträgt 1.908 € im Jahr

Der Entlastungsbetrag für Sie als Alleinerziehende/n beträgt 1.908 € pro Jahr. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen nicht vorliegen, wird der Entlastungsbetrag um 1/12 gekürzt. Für das zweite und jedes weitere begünstigende Kind wird ein zusätzlicher Erhöhungsbetrag von 240 € jährlich gewährt.

Freibetrag für volljährige Kinder in Berufsausbildung, die auswärts untergebracht sind

Der Freibetrag zur Abgeltung des Sonderbedarfs bei Berufsausbildung Ihres Kindes erhalten Sie, wenn Ihr volljähriges Kind auswärtig (außerhalb Ihrer Wohnung) untergebracht ist. Für Ihr Kind müssen Sie entweder Anspruch auf Kindergeld oder auf einen Freibetrag für Kinder haben. Für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen für den Freibetrag zur Abgeltung des Sonderbedarfs bei Berufsausbildung Ihres volljährigen Kindes nicht vorliegen, ermäßigt sich der oben genannte Betrag um 1/12. Lebt Ihr Kind im Ausland, werden die vorgenannten Beträge unter Umständen nur zu ¾, ½ oder ¼ angesetzt.

 

Ihnen steht ein Freibetrag von 924 € zu

Zur Abgeltung Ihres durch die Ausbildung Ihres Kindes entstehenden Aufwendungen erhalten Sie auf Antrag einen Pauschbetrag von 924 € im Jahr. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, wird der Freibetrag zu jeweils 50 % bei jedem Elternteil berücksichtigt. Sie können aber auch eine andere Verteilung des Freibetrags beantragen.

Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben geltend machen

Neben den bereits dargestellten Freibeträgen können Sie Ihre Aufwendungen für Dienstleistungen zur Betreuung eines zu Ihrem Haushalt gehörenden Kindes (leibliches Kind, Adoptivkind, Pflegekind) als Sonderausgaben geltend machen. Abzugsfähig sind 2/3 Ihrer Aufwendungen, höchstens 4.000 € je Kind. Ihre Kosten machen Sie je Kind in den Zeilen 67 bis 73 Ihrer Anlage Kind geltend. 
 

Berücksichtigungsfähig sind zum Beispiel Ihre Aufwendungen für
  • den Kindergarten,
  • eine Kindertagesstätte,
  • einen Kinderhort oder ähnliche Einrichtungen,
  • für eine Tagesmutter,
  • eine Kinderfrau oder eine Erzieherin.

 Zu den begünstigten Aufwendungen gehören alle Ausgaben in Geld oder Geldeswert zur Kinderbetreuung einschließlich etwaiger Kostenerstattungen an die Betreuungsperson (zum Beispiel Fahrtkosten).

Diese Aufwendungen sind nicht abzugsfähig

Aufwendungen für Unterricht (zum Beispiel für Nachhilfeunterricht), die Vermittlung besonderer Fähigkeiten (zum Beispiel Musikunterricht) oder für sportliche und andere Freizeitbetätigungen sind nicht abziehbar. Ebenfalls nicht berücksichtigungsfähig sind Aufwendungen für Sachleistungen, die neben der Betreuung erbracht werden (zum Beispiel Verpflegung Ihres Kindes).

Voraussetzung für den Abzug der Kinderbetreuungskosten

Voraussetzung ist, dass Ihr Kind das

  • 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder
  • wegen einer vor Vollendung des 27. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Bei Eintritt der Behinderung nach dem 31. Dezember 2006 sind Kinderbetreuungskosten über das 14. Lebensjahr hinaus nur begünstigt, wenn die Behinderung vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten ist.

Wer die Kosten trägt, kann sie geltend machen

Zum Abzug von Kinderbetreuungskosten ist grundsätzlich nur der Elternteil berechtigt, der die Aufwendungen getragen hat und zu dessen Haushalt das Kind gehört. Für den Abzug von Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben kommt es bei verheirateten Eltern, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, nicht darauf an, welcher Elternteil die Aufwendungen geleistet hat oder ob sie von beiden getragen wurden.
Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, kann jeder seine tatsächlichen Aufwendungen grundsätzlich nur bis zur Höhe des hälftigen Höchstbetrags (2.000 €) geltend machen.

Behinderte Kinder

Für über 18 Jahre alte Kinder, die wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten, können ebenfalls Kindergeld gewährt bzw. Freibeträge für Kinder berücksichtigt werden.
 
Weitere Informationen zu den Vergünstigungen, die Sie für ein behindertes Kind erhalten können, haben wir in einem gesonderten Text für Sie zusammengestellt, den finden Sie hier: Menschen mit einer Behinderung: So hilft die Finanzverwaltung.

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