Lohnsteuertipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

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Lohnsteuertipps für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Ihr Arbeitgeber/Ihre Arbeitgeberin behält jeden Monat Lohnsteuer von Ihrem Bruttoarbeitslohn ein. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige wichtige Punkte vor, die Sie als Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerin über den Lohnsteuerabzug, wissen sollten – insbesondere das Lohnsteuerermäßigungsverfahren soll Ihnen näher gebracht werden. Suchen Sie weitere und umfassendere Informationen, steht Ihnen darüber hinaus der aktuelle Lohnsteuer-Ratgeber im Broschürenservice kostenlos zum Download zur Verfügung.

Lohnsteuer als Erhebungsform der Einkommensteuer

Die Lohnsteuer ist eine Erhebungsform – eine Art Vorauszahlung – auf Ihre (Jahres-)Einkommensteuer. Mit der Abgabe einer Einkommensteuererklärung wird in Form eines Einkommensteuerbescheides Ihre Einkommensteuer durch Ihr Finanzamt festgesetzt. Monatliche, von Ihrem Bruttogehalt einbehaltene Lohnsteuerbeträge werden auf die festgesetzte Einkommensteuer angerechnet. Sollten Sie zu viel Lohnsteuer im Laufe des Jahres gezahlt haben, weil Ihre tatsächliche Steuer beispielsweise durch erhebliche Werbungskosten deutlich geringer war, erhalten Sie eine Einkommensteuererstattung in entsprechender Höhe.

Möchten Sie auf diese Rückerstattung nicht bis zum nächsten Jahr warten, haben Sie die Möglichkeit, Ihre individuellen Aufwendungen (z. B. Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen) als Freibetrag bei Ihren Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) berücksichtigen zu lassen. Ihr Arbeitgeber behält daraufhin weniger Lohnsteuer von Ihrem monatlichen Bruttoarbeitslohn ein - Ihr Netto-Gehalt steigt.

Lohnsteuerermäßigungsantrag

Automatische Berücksichtigung bestimmter Pausch- und Freibeträge ohne Antrag

Die Lohnsteuer soll möglichst einfach erhoben werden. Eine Reihe von Frei- und Pauschbeträgen werden bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer berücksichtigt, ohne dass Sie einen Antrag stellen müssen:

  •  der Grundfreibetrag,
  • der Arbeitnehmer-Pauschbetrag für Werbungskosten,
  • der Versorgungsfreibetrag und der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag sowie
  • der Werbungskosten-Pauschbetrag bei Versorgungsbezügen,
  • der Sonderausgaben-Pauschbetrag,
  • die Vorsorgepauschale in allen Steuerklassen,
  • der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.908 € in der Steuerklasse II und
  • der Altersentlastungsbetrag.

Für bestimmte Aufwendungen müssen Sie eine 600 €-Antragsgrenze für Ihren Ermäßigungsantrag überwinden

Freibeträge für erhöhte Werbungskosten, erhöhte Sonderausgaben (abgesehen von Vorsorgeaufwendungen) oder bestimmte außergewöhnliche Belastungen werden nur als Freibetrag beim Lohnsteuerabzug berücksichtig, wenn Ihre abziehbaren Aufwendungen insgesamt eine Antragsgrenze von 600 € überschreiten.
Eine detaillierte Auflistung der entsprechenden Aufwendungen entnehmen Sie bitte dem „kleinen Ratgeber für Lohnsteuerzahler“. Die Broschüre finden Sie im Broschürenservice.

Bitte beachten Sie, dass Werbungkostenpauschbeträge sowie der Sonderausgabenpauschbetrag bereits beim Lohnsteuereinbehalt durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt wurden (s. o.). Um einen Freibetrag für erhöhte Werbungskosten als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal berücksichtigen zu lassen, müssen die Aufwendungen die Pauschbeträge überschreiten.

Ehegatten/Lebenspartner, die beide Arbeitslohn beziehen, müssen ihre Werbungskosten getrennt angeben. Eine Steuerermäßigung wegen erhöhter Werbungskosten ergibt sich nur dann, wenn die Werbungskosten des einzelnen Ehegatten/Lebenspartners den jeweiligen Pauschbetrag für Werbungskosten überschreiten.

Beispiel:

Die Entfernung zwischen Ihrer ersten Tätigkeitsstätte und Ihrer Wohnung beträgt 30 km.
Sie werden in 2019 voraussichtlich an 220 Tagen Ihren Arbeitsplatz aufsuchen.
So ermittelt Ihr Finanzamt Ihren Freibetrag:
 

Sachverhalt Beträge
Entfernung Wohnung - 1. Tätigkeitsstätte in km   30
Anzahl der Fahrten 220
Entfernungspauschale          0,30 €
Werbungskosten (30 km x 220 Tage x 030 €/km)   1.980,00 €
abzüglich Werbungskosten-Pauschbetrag, der bereits in den Lohnsteuertabellen enthalten ist - 1.000,00 €
Freibetrag (da die 600 €-Grenze überschritten worden ist, wird ein Freibetrag von 980 € in Ihren ELStAM gespeichert)      980,00 €

Viele Beträge können ohne Rücksicht auf die Antragsgrenze von 600 Euro eingetragen werden

Es gibt eine Reihe von antragsgebundenen Freibeträgen, die auch ohne Überschreitung einer Antragsgrenze im Rahmen Ihres Lohnsteuerermäßigungsverfahrens berücksichtigt werden können. Darunter fällt beispielsweise der Pauschbetrag für behinderte Menschen und Hinterbliebene oder auch Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungen/Dienstleistungen und Handwerkerleistungen.
Weitere Aufwendungen und Informationen finden Sie in dem „kleinen Ratgeber für Lohnsteuerzahler“.

Ihre Lohnsteuerklasse hat Einfluss auf Ihren monatlichen Lohnsteuereinbehalt

Insgesamt gibt es sechs Lohnsteuerklassen. Die Zuordnung zu einer bestimmten Lohnsteuerklasse ist insbesondere abhängig von Ihrem Familienstand und der Anzahl Ihrer Arbeitsverhältnisse. Ehegatten und Lebenspartner/-innen haben unter bestimmten Voraussetzungen Wahlrechte bei der Einteilung in Lohnsteuerklassen. Die Lohnsteuerklasse hat Einfluss auf die Höhe Ihrer Lohnsteuer.
Umfangreiche Informationen zum Thema Lohnsteuerklassen und wann Sie welcher zugeordnet sind, erhalten Sie im „kleinen Ratgeber für Lohnsteuerzahler“.
Der Ratgeber steht im Broschürenservice als Download zur Verfügung.

So stellen Sie Ihren Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Antragsvordrucke für das Lohnsteuerermäßigungsverfahren erhalten Sie bei Ihrem Finanzamt oder unter http://www.formulare-bfinv.de/.

Der Vordruck "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" besteht aus einem Hauptvordruck sowie Anlage-Vordrucken:

  • Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2020 (Hauptvordruck für persönliche Angaben, vereinfachtes Antragsverfahren, Steuermäßigung für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse/ Dienstleistungen und Übertragung eines Freibetrags einschl. Ausfüllanleitung)
  • Anlage Werbungskosten zum Lohnsteuerermäßigungsantrag
  • Anlage Kinder zum Lohnsteuerermäßigungsantrag
  • Anlage Sonderausgaben / außergewöhnliche Belastungen zum Lohnsteuerermäßigungsantrag

 
Ein "Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" kann über den Hauptvordruck gestellt werden. Ein solcher Antrag auf Lohnsteuerermäßigung im vereinfachten Verfahren kann z.B. erfolgen, wenn für 2020 der gleiche Freibetrag wie für 2019 beantragt werden soll und Sie versichern, dass sich Ihre Verhältnisse nicht wesentlich geändert haben.
 
Der Antrag auf Berücksichtigung der Steuerklasse IV in Verbindung mit einem Faktor (Faktorverfahren) ist hingegen mit dem Vordruck „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten“ zu stellen. Sofern bei der Berechnung des Faktors ein Freibetrag berücksichtigt werden soll, ist zusätzlich der entsprechende Abschnitt/ die Anlage des Antrags auf Lohnsteuerermäßigung auszufüllen.

Der Freibetrag für das Kalenderjahr 2020 wird grundsätzlich mit Wirkung vom Beginn des auf die Antragstellung folgenden Monats ermittelt und als ELStAM gebildet. Stellen Sie Ihren Antrag jedoch im Januar 2020, so erfolgt die Bildung mit Wirkung ab 1. Januar 2020.
Die Frist für den Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag 2020 beginnt am 1. Oktober 2019. Der Antrag muss spätestens bis zum 30. November 2020 gestellt werden. Im Dezember 2020 eintretende Änderungen können somit nicht mehr im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren des laufenden Kalenderjahres 2020 berücksichtigt werden.

Ihren Antrag stellen Sie bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt. Wenn Sie bei Ihrem Lohnsteuerabzug einen Freibetrag berücksichtigen lassen, müssen Sie für dieses Kalenderjahr grundsätzlich eine Steuererklärung abgeben.
 

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