Informationen für Land- und Forstwirte

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Traktor düngt das Feld

Informationen für Land- und Forstwirte

​Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft unterliegen in Deutschland der Einkommensteuer. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft können durch die planmäßige Nutzung der Naturkräfte, vor allem des Bodens, erzielt werden. Ziel der planmäßigen Nutzung ist das Erlangen ersetzbarer Stoffe, die sich mit Hilfe der Naturkräfte erneuern, sowie die Verwertung der gewonnenen pflanzlichen und tierischen Erzeugnisse durch Verkauf.

Das Einkommensteuergesetz sieht unter anderen in den §§ 13, 13a, 14 und 14a spezielle gesetz­liche Regelungen für Land- und Forstwirte vor. Insbesondere im Bereich der Gewinn­ermittlung gelten für Land- und Forstwirte Besonderheiten (z. B. Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen, abweichendes Wirtschaftsjahr). Neben den steuerlichen Sonderregelungen sind bei der Besteuerung von Land- und Forstwirten Spezialkenntnisse erforderlich und praktische Erfahrungen hilfreich. Aus diesem Grunde hat die Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen spezielle Schwerpunktfinanzämter errichtet.
Haben Sie als Land- und Forstwirt Fragen zu Ihrer Besteuerung, dann können Sie sich gerne an Ihr Schwerpunktfinanzamt wenden. Unsere Spezialisten vor Ort werden Sie mit Rat und Tat unterstützen.

Informationen bei Kalamitäten

Sind in einem Forstbetrieb Holznutzungen infolge höher Gewalt (Kalamitätsnutzungen) z.B. durch Sturm oder Borkenkäfer angefallen, können die Einkünfte daraus unter bestimmten Voraussetzungen nach § 34b Abs. 2 EStG begünstigt werden.
Dafür ist unverzüglich nach Kenntnis über den Schaden eine „Mitteilung über Schäden infolge höherer Gewalt nach § 34b Abs. 4 Nr. 2 EStG“ (Kalamitätsmitteilung) beim Finanzamt einzureichen, nach der Aufarbeitung und dem Vermessen dieses Kalamitätsholzes ist ein Mengennachweis (Kalamitätsnachweis) notwendig.
Die entsprechenden Vordrucke finden Sie auf dieser Seite unter Downloads.

 

So finden Sie das für Sie zuständige Finanzamt.

Ob Ihr Finanzamt vor Ort das für Sie zuständige Finanzamt zum Thema Land- und Forstwirtschaft ist oder ob für Sie ein Schwerpunktfinanzamt zuständig ist, finden Sie ganz einfach über den Finanzamtsfinder heraus.

Geben Sie in der Suchmaske des Finanzamtsfinders einfach den Namen Ihres Finanzamts ein und klicken Sie auf "Suche". Dann erscheint der Name Ihres Finanzamts. Öffnen Sie die Seite des Finanzamts und scrollen Sie die Seite runter bis zum Punkt "Informationen". Dort finden Sie den Reiter "Weitere zuständige Finanzämter mit Sonderaufgaben". Klicken Sie diesen Reiter auf. Sollte ein anderes Finanzamt das Thema Land- und Forstwirtschaft bearbeiten, dann sind die Kontaktdaten dort aufgeführt. 

Aktuelle Informationen

Mit dem Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom 12. Dezember 2019 (BGBl. I 2019, S. 2451) wurde die bisher vorgesehene steuerabschnittsübergreifende Tarifglättungsregelung (§§ 32c, 36 Abs. 2 Nr. 3 EStG in der Fassung des Gesetzes zum Erlass und zur Änderung marktordnungsrechtlicher Vorschriften sowie zur Änderung des Einkommensteuergesetzes vom 20. Dezember 2016 (BGBl. I 2016, S. 3045) in Gänze geändert und durch eine steuerabschnittsübergreifende Tarifermäßigungsregelung ersetzt.

Mit Zustimmung der Europäischen Kommission am 30.01.2020 ist die Tarifermäßigung für Land- und Forstwirte in Kraft getreten. Die Bekanntmachung über das Inkrafttreten erfolgte am 27.03.2020 im Bundesgesetzblatt (vgl. BGBl I 2020, S. 597).

Die neue Tarifermäßigung ermöglicht eine ausgeglichene tarifliche Besteuerung aufeinanderfolgender Wirtschaftsjahre mit schwankenden Ergebnissen und kann erstmals im Einkommensteuerbescheid 2016 für die Veranlagungszeiträume 2014 bis 2016 gewährt werden. Eine weitere Ermäßigung kann wieder für die Veranlagungszeiträume 2017 bis 2019 mit dem Einkommensteuerbescheid 2019 und für die Veranlagungszeiträume 2020 bis 2022 mit dem Einkommensteuerbescheid 2022 gewährt werden.
Hierfür ist jeweils ein Antrag beim zuständigen Finanzamt zu stellen. Eine Berücksichtigung kann nicht von Amts wegen erfolgen. Bislang sind alle Veranlagungen ohne Berücksichtigung der Tarifermäßigung unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangen.

Der Antrag für den Veranlagungszeitraum 2016 auf Tarifermäßigung für den Betrachtungszeitraum 2014 bis 2016 sollte möglichst bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden. Nach diesem Termin wird die Finanzverwaltung prüfen, ob der Vorbehalt der Nachprüfung aufgehoben werden kann. Kommt es zu einer Aufhebung des Vorbehalts der Nachprüfung, kann ein Antrag auf Tarifermäßigung nur noch bis zur Bestandskraft des Aufhebungsbescheids gestellt werden. Ein Antrag auf Tarifermäßigung für den Betrachtungszeitraum 2017 bis 2019 sollte mit der Einkommensteuererklärung 2019 gestellt werden. Er ist spätestens bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids für das Jahr 2019 zu stellen.

Im Vorauszahlungsverfahren finden die Vorschriften zur Tarifermäßigung (§§ 32c, 36 Abs. 2 Nr. 3 Einkommensteuergesetz) keine Berücksichtigung.

Wichtig:
Zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Antragstellung und zur Vermeidung von Rückfragen wird die Nutzung des Antragsformulars der Finanzverwaltung empfohlen. Die Antragsformulare nach § 32c EStG werden mit der Anlage „Erläuterungen, Unterrichtungen und Erklärungen zur Anlage 32c“ sowie einer Berechnungshilfe auf der Internetseite des Bundesministeriums der Finanzen veröffentlicht. Sie können die Anlagen herunterladen, ausdrucken und unterschrieben an die Finanzämter senden. Die Formulare für die Veranlagungszeiträume 2016 und 2019 mit den hierfür notwendigen Erklärungen sowie der Berechnungshilfe finden Sie auch oben im Bereich "Downloads".
 

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