Alle Länder und Bund beim großen Krypto-Austausch des LBF NRW vertreten
Zum zweiten Mal und erneut auf Einladung Nordrhein-Westfalens haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Steuerfahndung und Steueraufsicht zu einem Erfahrungsaustausch rund um die Besteuerung von Krypto-Gewinnen getroffen. In Düsseldorf kamen auf Initiative des Landesamtes zur Bekämpfung der Finanzkriminalität (LBF NRW) mehr als 80 Krypto-Spezialistinnen und -Spezialisten aus allen Bundesländern und Österreich sowie Vertreterinnen und Vertreter vom Bundeszentralamt für Steuern und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zusammen. Das Treffen läutet die konzertierte Auswertung des aktuellen Sammelauskunftsersuchens zu Krypto-Transaktionen mit rund 4000 Datensätzen ein.
Das Datenpaket wurde im LBF NRW aufgearbeitet, die Datensätze sind inzwischen an die Behörden in Deutschland und im Ausland verteilt. Denn: Gewinne aus der Veräußerung von Kryptowerten im Privatvermögen wie beispielsweise Bitcoin und Ether sind innerhalb der einjährigen Veräußerungsfrist steuerpflichtig und in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Bei einem ersten Auskunftsersuchen hatte die Steuerfahndung bereits allein für Nordrhein-Westfalen ein steuerliches Mehrergebnis in Millionenhöhe erzielt. „Unsere Expertinnen und Experten schätzen das Volumen des aktuellen Krypto-Datenpakets noch höher, da die Gewinne mit digitalen Währungen seit dem ersten Auskunftsersuchen noch einmal deutlich gestiegen sind“, erklärt Stephanie Thien, Leiterin des LBF NRW.
Bei dem Austausch in Düsseldorf standen Grundlagen der Besteuerung von Krypto-Gewinnen und Ermittlungsansätze – etwa die Nutzung von Blockchain-Analysesoftware – auf dem Programm. Das ist vor allem vor dem Hintergrund wichtig, dass die Länder in der Steuerfahndung personell sowie technologisch sehr unterschiedlich aufgestellt sind. „Unser Ziel ist es, Steuergerechtigkeit in der gesamten Republik – in der analogen wie in der digitalen Welt – herzustellen. Dafür müssen wir als Ermittlungsbehörden an einem Strang ziehen“, so Thien. „Erfahrungen mit erfolgreichen Methoden und zu neuen technologischen Möglichkeiten übereinander zu legen und gemeinsame Standards zu entwickeln, ist für den Erfolg unserer Arbeit entscheidend.“
Thema waren zudem die möglichen Auswirkungen der neuen Meldepflicht für Transaktionen mit digitalem Geld nach dem Kryptowerte-Steuertransparenzgesetz. Ende dieses Jahres müssen die Plattformen Daten ihrer Nutzerinnen und Nutzer erstmals an die Finanzverwaltung melden. „Die neue Meldepflicht wird ein Quantensprung für die Transparenz bei Krypto-Gewinnen und im Kampf gegen Steuerhinterziehung mit digitalen Währungen“, sagt Thien. „Wir müssen uns als Finanzbehörden gemeinsam so aufstellen, dass wir die erwartbare Datenflut zielgerichtet nutzen.“