Studium im Finanzamt

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Gespeichert von Ulrich Winterscheidt am 17. Juli 2015
Video

Studium zur Diplom-Finanzwirtin (FH)/zum Diplom-Finanzwirt (FH)

Dual studieren und verdienen in einem Finanzamt in NRW

Mit einem dualen Studium in drei Jahren Steuerprofi beim Finanzamt werden. Das Video zeigt Eindrücke vom Leben auf dem Campus.

In unserem Studium wechseln sich steuerrechtliche Studien an der Fachhochschule für Finanzen NRW in Nordkirchen (FHF NRW) mit einer praktischen Ausbildung im Finanzamt ab. In drei Jahren werden Sie Steuerprofi.

 

Wir sorgen dafür, dass Sie während des Studiums an der FHF NRW untergebracht und verpflegt werden. Und rund 1.190 Euro im Monat gibt es bei uns vom ersten Tag der Ausbildung an – auch während der Studienzeiten. Nach erfolgreichem Studium bieten wir eine sichere Anstellung und beste Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten in der Finanzverwaltung NRW.
Hier finden Sie weitere Infos zu:

Ausbildungs- und Studienverlauf

Dauer

Das duale Studium dauert 36 Monate. Fachstudien an der Fachhochschule für Finanzen von 21 Monaten Dauer und berufspraktische Studienzeiten an einem Finanzamt von 15 Monaten Dauer wechseln einander ab.

Zeitstrahl gehobener Dienst 1 Jahr

Die Fachstudien gliedern sich in Grund- und  Hauptstudium. Das Grundstudium beginnt zeitnah nach dem Einstellungstag. Innerhalb der ersten sechs Monate des Grundstudiums findet eine einmalig wiederholbare Zwischenprüfung statt. Sie besteht aus fünf dreistündigen Klausuren. Die bestandene Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Fortführung des Studiums.

Zeitstrahl gehobener Dienst 2. Jahr
Während des Hauptstudiums wird eine schriftliche Arbeit unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse erstellt. Am Ende des Hauptstudiums findet die ebenfalls einmal wiederholbare Laufbahnprüfung statt. Sie umfasst fünf fünfstündige Klausuren sowie eine mündliche Prüfung.

Studienverlauf - das dritte Jahr

 

Gehalt während des Studiums - studieren und verdienen

Für die Steuerbeamtinnen und Steuerbeamten der Länder ist nach dem Grundgesetz eine einheitliche Ausbildung im gesamten Bundesgebiet vorgesehen. Die Einzelheiten der Ausbildung sind im Steuerbeamten-Ausbildungsgesetz (StBAG) und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Steuerbeamten (StBAPO) geregelt.

Studienzeiten an der Fachhochschule für Finanzen NRW und praktische Ausbildungszeiten im Finanzamt finden im Vorbereitungsdienst statt und dauern drei Jahre. In dieser Zeit besitzen die Studierenden den Status einer Beamtin bzw. eines Beamten auf Widerruf. Sie erhalten in diesen drei Jahren monatliche Anwärterbezüge in Höhe von 1.185,68 Euro (Stand 03/2017) und bekommen Beihilfen bei Krankheitskosten, zum Beispiel bei einer privaten Krankenversicherung.

Die praktische Ausbildung findet in einem Finanzamt des Landes NRW statt. Ein Schwerpunkt der praktischen Ausbildung liegt im sogenannten Veranlagungsbereich, d.h. in dem Arbeitsbereich, in dem die Steuererklärungen der Bürger und Unternehmen bearbeitet werden. Darüber hinaus gibt es während der praktischen Ausbildungszeit strukturierte Ausbildungsarbeitsgemeinschaften. Dort werden fachtheoretische Inhalte mit der Berufspraxis anhand simulierter Praxisfälle verknüpft.

Urlaub

Die Studierenden haben - wie andere Beamte auch - Anspruch auf Jahresurlaub. Hierfür sind im Rahmen des Studiums und in den praktischen Ausbildungszeiten im Finanzamt feste Zeiten vorgesehen, die üblicherweise im Schulferienzeitraum liegen. An der Fachhochschule für Finanzen NRW gibt es keine Semesterferien.

Unterbringung und Verpflegung

Die Unterbringung in möblierten Studentenzimmern erfolgt grundsätzlich in den unterschiedlichen Gebäuden auf dem Campus der Fachhochschule für Finanzen. Diese Gebäude sind zum überwiegenden Teil eingebettet in die 71 ha großen denkmalgeschützten Parkanlagen des Wasserschlosses Nordkirchen. Im Schlosspark befindet sich auch die Mensa. Sie bietet eine ausgewogene Ernährung an. Für Unterkunft und Mensaverpflegung (Frühstück, Mittag- und Abendessen) bezahlen die Studentinnen und Studenten ein geringes Entgelt im Monat.

Unterkunft Sundern

Studierendenzimmer Sundern

Lehrsaal in Sundern

Lehrsaal im Schloss

 

Studienfächer an der Fachhochschule für Finanzen NRW

Allgemeines Steuerrecht Besonderes Steuerrecht Privatrecht Arbeits- und Selbstorganisation
sowie Verwaltungs-
management
Abgabenrecht (Abgabenordnung, Vollstreckungsrecht, Steuerstrafrecht Finanzgerichtsordnung)
Bewertungsrecht und Vermögensbesteuerung
Steuern vom Einkommen und Ertrag (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer)
Umsatzsteuer
Besteuerung der Gesellschaften
Bilanzsteuerrecht, Betriebliches Rechnungswesen, Außenprüfung, Wirtschaftskriminalität
Internationales Steuerrecht und Steuerharmonisierung in der Europäischen Union
Bürgerliches Recht, Insolvenzrecht Zeit- und Selbstmanagement,
Öffentliches Recht Wirtschaftswissenschaften Informations- und Wissensmanagement sowie Methoden der Rechtsanwendung Sozialwissenschaftliche Grundlagen des Verwaltungshandelns
Staatsrecht,
Europarecht,
Öffentliches Dienstrecht
Finanzwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre in Wirtschaft und Verwaltung   Kommunikation,
Sachvortrag und
Präsentation,
Kooperation,
Bürgerorientierung,
Konfliktlösung

Die Studienfächer bestehen aus Pflichtfächern, Wahlpflichtveranstaltungen, Schwerpunktthemen und Fallstudien. Wahlfächer, sowohl zum steuerrechtlichen Bereich als auch zu weiteren Studieninhalten wie beispielsweise Betriebssoziologie, Sozialpsychologie, Verwaltungsführung, Strafrecht, Finanzmathematik und Fremdsprachen, ergänzen das Studienangebot.
 

Prüfungen

Während des Grundstudiums, das zeitnah nach dem Einstellungstag beginnt, ist nach mindestens vier höchstens sechs Monaten Studiendauer eine wiederholbare Zwischenprüfung abzulegen.
Die Zwischenprüfung besteht aus fünf dreistündigen Klausuren in den Fächern:

  • Abgabenordnung,
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  • Umsatzsteuer,
  • Bilanzsteuerrecht, betriebliches Rechnungswesen,
  • Öffentliches Recht.

Am Ende des Hauptstudiums ist die ebenfalls wiederholbare Laufbahnprüfung abzulegen. Sie umfasst fünf fünfstündige Klausuren in den Fächern:

  • Abgabenrecht,
  • Steuern vom Einkommen und Ertrag,
  • Umsatzsteuer,
  • Bilanzsteuerrecht, betriebliches Rechnungswesen und Außenprüfung,
  • Besteuerung der Gesellschaften.

Neben der schriftlichen Prüfungen ist auch eine mündliche Prüfung abzulegen.

Leben und Studieren an der FHF NRW - ein Interview mit einer Studierenden

Auf dem Weg zur Diplom-Finanzwirtin

Seit über elf Monaten absolviert Nathalie Böckmann (NB) ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin als Beamtin in der Steuerverwaltung des Landes NRW. Im August letzten Jahres begann die Zwanzigjährige nach erfolgreich absolviertem Einstellungsgespräch ihr Studium. Die ersten Tage fanden im so genannten Lehrbezirk im Finanzamt statt. Der Lehrbezirk ist "ihr" Büro während der praktischen Studienzeit außerhalb der Fachhochschule für Finanzen (FHF).

NB: "Da wusste man ja noch gar nichts und bekam unheimlich viel gesagt, was man beachten muss."
Trotzdem war sie sicher, den richtigen Beruf gewählt zu haben. Außerdem interessierte sie ein Studium, das viel Abwechslung bietet:

NB: "Zum ersten Mal für einige Monate von zu Hause weg zu sein, um in einem idyllischen Wasserschloss der FHF in Nordkirchen zu leben und zu studieren und danach die im Finanzamt tägliche Praxis live erleben zu können – das war wirklich unglaublich aufregend für mich."

 

Wohnen und studieren im Schloss,
ziemlich spannend!

Das malerisch gelegene Wasserschloss im Münsterland beherbergt die Fachhochschule für Finanzen NRW. Mehr als 500 Jahrgangskollegen teilen sich mit Nathalie hier nicht nur die Lehrsäle, sondern auch die Studenten-Wohnheime.

Mathematisches Verständnis und systematisches Vorgehen waren gefragt, sobald in der zweiten Woche das Grundstudium in Nordkirchen begann. Während der Studienphasen studiert und lebt man in Nordkirchen. Und alles ist bereits geregelt:

Die Unterbringung erfolgt überwiegend in modern eingerichteten Einzelzimmern mit eigenem Bad. Für die Verpflegung gibt es eine eigene Mensa. Auch für die Finanzierung ist gesorgt, denn es gibt bereits gutes Geld während des gesamten Studiums.

NB:  "Bei monatlichen Bezügen von ca. 1.190 €, kann man gegen ein Versorgungsentgelt von insgesamt 125 € pro Monat wirklich nichts sagen. Inzwischen räumen auch Freunde ein, die ein „normales“ Studium absolvieren, dass dies ein Vorteil sei."

NB: "Die müssen sich nämlich um alles selber kümmern und sogar noch Studiengebühren zahlen."
Die Studenten in Nordkirchen hätten aber auch für einen eigenen Haushalt, für Einkaufen und Kochen so gut wie keine Zeit. Denn an der FHF wird der Stoff in Riesenschritten vermittelt: Allgemeines und Steuerrecht, Öffentliches und Privatrecht, Wirtschaftswissenschaften und Verwaltungslehre. Dass die Vorlesungen nach festen Vorlesungsplänen lediglich vormittags stattfinden, die Klausuren eng aufeinander folgen und die Vorlesungen in festen Klassenverbänden von rund 25 Personen erfolgen, erinnert eher an Schule als an Universität. "Ein sehr großer Vorzug gegenüber den 'normalen' Universitäten mit häufig überfüllten Lehrsälen", findet Nathalie.

NB: "Die Atmosphäre ist sehr angenehm und auf Fragen wird intensiv eingegangen."
Es besteht tägliche Vorlesungspflicht. Man kann also nicht – wie an einer Uni – zwischenzeitlich mal einen Vorlesungstag ganz ausfallen lassen. Um mithalten zu können, heißt es vor allem: Lernen, lernen, lernen. Insgesamt 21 der 36 Monate ihres Studiums verbringt Nathalie in Nordkirchen. In dieser Zeit ist jeder Nachmittag im Schloss mit Hausaufgaben und vor allem mit Büffeln gefüllt:

NB: "Man muss sich wirklich konzentrieren. Nur mal eine Stunde lernen reicht nicht. Und anders als in der Schule, lernt hier wirklich jeder."
Wie man sich Wissen am besten aneignet und zwischendurch mal entspannt, wird im Fach Arbeits- und Selbstorganisation sowie Verwaltungsmanagement (ASV) vermittelt. Dadurch, dass man insgesamt so viel paukt, fehlen Zeit und Energie und man ist gezwungen, wöchentlich neue Schwerpunkte zu setzen. In ASV lernt man mit diesem Problem umzugehen.

Erfreulicherweise bietet das Wasserschloss aber auch vielfältige Freizeitmöglichkeiten als Ausgleich für die Paukerei. So können die Klassen zum Beispiel einen Fetenraum in einem der Schlosstürme mieten, diese "Türmchen" sind legendär: Die Klassen laden einander reihum zu Fetenabenden ein.
Außerdem gibt es Bernds Bistro mit Billard, Dart und Kickertischen. Auf dem Campusgelände sind eine Datscha mit Grillplatz und eine Kegelbahn im Schlossgebäude vorhanden. "Überhaupt sei der Umgang unter Anwärtern nicht konkurrenzbetont, sondern sehr freundschaftlich", berichtet Nathalie.

NB: "Man knüpft hier sehr schnell Kontakte, verbringt die Zeit abseits der Vorlesungen miteinander und bei Problemen hilft jeder jedem – das ist hier selbstverständlich – schließlich kann so jeder von den Stärken des anderen profitieren."
Dass dieses Konzept aufgeht, belegen die zahlreichen kleinen Lerngemeinschaften, die sich nachmittags zusammenfinden. Des Weiteren besticht in Nordkirchen das Sportangebot: Der weitläufige Schlosspark lädt zum Joggen ein. Und auch Fitnessstudio, Sport- und Schwimmhalle werden gerne genutzt.
 

Dualer Studiengang – Theorie und Praxis wechseln sich ab

Während des insgesamt dreijährigen dualen Studiengangs wechseln sich die Fachstudien an der FHF in Nordkirchen mit den praktischen Phasen im wohnortnahen Finanzamt ab. Nach intensiven Monaten der Theorie im Schloss dominieren im zweiten Ausbildungsdrittel die berufspraktischen Ausbildungszeiten im Finanzamt. Für Nathalie heißt das, dass sie in den kommenden Monaten vorwiegend zu Hause wohnen wird und mehr Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden verbringen kann. Jetzt, im zweiten Ausbildungsjahr, ist Vieles schon vertraut, wenn sie die Akten mit den konkreten Steuerfällen bearbeitet und ihre Lösungen dann mit den Kolleginnen und Kollegen im Lehrbezirk durchspricht. Sie kann bereits täglich ihr theoretisches Wissen aus Nordkirchen anhand der praktischen Fälle im Finanzamt anwenden. Betreut und intensiv gecoacht, wird sie dabei von den Ausbildern im Finanzamt.

NB: "Es macht Spaß das theoretisch erlangte Wissen direkt praktisch an realen Fällen anzuwenden – da weiß man, wofür man in den letzten Monaten so viel gebüffelt hat."
Nach dem zweiten Ausbildungsjahr ist dann wieder Pauken angesagt. Denn der Schwerpunkt im letzten Drittel wird wieder beim Fachstudium an der FHF liegen. Die Wahrscheinlichkeit als Beamtin auf Probe übernommen zu werden, ist sehr hoch, sofern die Noten stimmen. Entscheidend für das weitere Fortkommen der angehenden Diplom-Finanzwirtinnen und Diplom-Finanzwirte wird sein, wie gut sie das Studium abschließen. Nathalie ist auf dem richtigen Weg dorthin.

Schloss Nordkirchen

Keine Autostunde von Münster und Dortmund entfernt liegt abseits der Autobahn Köln - Bremen inmitten einer Parklandschaft das schönste und größte der zweihundert Schlösser Westfalens, das Wasserschloss Nordkirchen. Gern wird es wegen der Parkanlage auch "Westfälisches Versailles" genannt. Hier ist die Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen untergebracht.

 

Fast 300 Jahre Historie prägen Nordkirchen

Erbaut wurde Schloss Nordkirchen zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg und dem Baumeister Johann Conrad Schlaun. Aufgrund seiner Tätigkeit für Kurfürst Clemens August beauftragte der Fürstbischof weitgehend dieselben Architekten, Bildhauer und Kunsthandwerker mit der Durchführung und Ausgestaltung seiner Bauten, die auch für den Kurfürsten an den Schlössern in Brühl und Bonn tätig waren. Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb Herzog Engelbert von Arenberg das Besitztum Nordkirchen und baute es um. Die Wachhäuschen im südlichen Schlossteil und die Fasanerie westlich der Oranienburg wurden abgerissen; die Oranienburg, heute Sitz der Verwaltung der Fachhochschule, wurde durch Seitenflügel erweitert.

Das Land Nordrhein-Westfalen nahm sich des Schlosses an

Im Jahr 1949 mietete das Land Nordrhein-Westfalen das Schloss Nordkirchen, um darin seine Landesfinanzschule einzurichten. Die Bausubstanz war zu diesem Zeitpunkt so schlecht, dass der Feuerwehr von Nordkirchen im Falle eines Brandes untersagt war, das Gebäude zu betreten. 1958 kaufte das Land schließlich das Schloss. Damit es als Schule genutzt werden konnte, mussten Lehrsäle ausgebaut und Wohnräume für die Studentinnen und Studenten geschaffen werden. 1970/71 wurden die Mensa, eine Sporthalle sowie ein zentrales Heizgebäude errichtet. Im nördlichen Waldstück "Im Sundern" entstand ein größerer Gebäudekomplex mit Lehrsälen und Wohnräumen für Lehrende und Studierende.
Beliebt ist bei den Besuchern neben einer Besichtigung des Schlosses auch ein Spaziergang durch den weitläufigen Schlosspark - im 18. Jahrhundert einer der schönsten und berühmtesten Gärten Europas. Er ist der Öffentlichkeit jederzeit zugänglich. Die Fachhochschule für Finanzen liegt in der Gemeinde Nordkirchen, die in ihren heutigen Grenzen aus den vorher selbständigen Ortschaften Nordkirchen, Südkirchen und Capelle hervorgegangen ist.
Mehr zu Nordkirchen im Internet unter www.nordkirchen.de
sowie über die Fachhochschule für Finanzen NRW unter www.FHF-Nordkirchen.de

Berufspraktische Studienzeiten im Finanzamt

In einem der 104 Festsetzungsfinanzämter im Land Nordrhein-Westfalen lernen die Finanzanwärterinnen und Finanzanwärter wie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse von natürlichen Personen- oder Kapitalgesellschaften steuerlich zu beurteilen sind. Weil das die Haupttätigkeit in den Finanzämtern ist, liegt auch der Schwerpunkt der Ausbildung in den sogenannten Veranlagungsbezirken, in denen die Steuern oder Besteuerungsgrundlagen für einkommensteuerpflichtige Personen sowie umsatz- und gewerbesteuerpflichtige Unternehmen aller Größenordnungen festgesetzt werden.

Weitere Schwerpunkte in der Ausbildung im Finanzamt sind die Veranlagungsbezirke für Körperschaften und Personengesellschaften. In der Rechtsbehelfsstelle lernen die Nachwuchskräfte Einsprüche und Beschwerden der Steuerpflichtigen zu bearbeiten. Breiten Raum nimmt auch die Teilnahme am Außendienst in der Amtsbetriebsprüfung, der Umsatzsteuersonderprüfung und der Lohnsteueraußenprüfung ein. Es wird auch ein Einblick in die Arbeit der Steuerstrafsachen- und Steuerfahndungsstellen ermöglicht. Während der berufspraktischen Zeiten lernen die Studierenden auch den Erhebungsbezirk, das ist der Arbeitsbereich des Zahlungs- und Forderungsmanagements eines Finanzamts, kennen.

In den Finanzämtern sind zur intensiven Ausbildung im Veranlagungsbereich sogenannte Lehrbezirke eingerichtet worden. Die Ausbilder dort nehmen sich Zeit für die fachlich intensive persönliche Betreuung der Finanzanwärterinnen und Finanzanwärter.
 

Zu den praktischen Ausbildungszeiten gehören aber nicht nur die Arbeit im Finanzamt, sondern auch die Verhandlungen mit Steuerpflichtigen und die Teilnahme an Fachbesprechungen. Darüber hinaus werden in organisierten Arbeitsgemeinschaften die in der Theorie gelernten Inhalte mit der Berufspraxis verknüpft.

Studienabschluss/Akademischer Grad

Das Studium schließt nach drei Jahren mit einer Staatsprüfung (Laufbahnprüfung) ab.
Die Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule für Finanzen NRW erhalten nach der bestandenen Staatsprüfung den akademischen Grad "Diplom-Finanzwirtin (FH)" oder "Diplom-Finanzwirt (FH)" und bekommen die Befähigung für die Laufbahngruppe 2. 1 (ehemals gehobener Dienst) in der Steuerverwaltung verliehen.

Berufliche Perspektiven nach dem Studium

Das erfolgreich abgeschlossene Studium befähigt nach Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe zu einer vielseitigen und verantwortungsvollen Tätigkeit in einem der vielen Festsetzungs- und Funktionsfinanzämter, der Oberfinanzdirektion NRW, dem Finanzministerium NRW und weiteren Dienststellen der Finanzverwaltung.

Ersteinsatz im Veranlagungsbezirk

Im Finanzamt findet der Ersteinsatz nach dem Studium in aller Regel in den sogenannten Veranlagungsstellen statt, in denen die Steuern oder Besteuerungsgrundlagen für einkommensteuerpflichtige Personen sowie umsatz- und gewerbesteuerpflichtige Unternehmen aller Größenordnungen festgesetzt werden.

Ersteinsatz als Jungprogrammierer im Rechenzentrum

Alternativ wird unmittelbar nach dem Studium eine ergänzende Ausbildung zur Jungprogrammiererin bzw. zum Jungprogrammierer für das Rechenzentrum der Finanzverwaltung in Düsseldorf angeboten.

Ersteinsatz im Landesamt für Besoldung und Versorgung

Direkt nach dem Studium besteht die Möglichkeit, ins „größte Lohnbüro in NRW mit rund 1.200 Beschäftigten“ zu wechseln und dort steuerliche Fragen zum Gehalt und zum Kindergeld für die Landesbeamten in NRW zu bearbeiten.

Ersteinsatz im Landesamt für Finanzen

Diplom-Finanzwirte werden nach dem Studium auch eingesetzt im Landesamt für Finanzen und können dort unter anderem mit wirtschaftswissenschaftlichen und steuerrechtlichen Aufgaben betraut werden.

Entwicklungsmöglichkeiten

Mit zunehmender beruflicher Erfahrung eröffnen sich breitgefächerte Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten, zum Beispiel:

  • in der Amtsbetriebsprüfung,
  • der  Groß- und Konzernbetriebsprüfung,
  • der Steuerfahndung oder
  • als Sachgebietsleitung mit Führungsverantwortung in einem Festsetzungsfinanzamt,
  • auch im Finanzministerium,
  • der Oberfinanzdirektion sowie
  • als Dozentin oder Dozent an der Fachhochschule für Finanzen NRW und der Landesfinanzschule NRW arbeiten Diplom-Finanzwirtinnen und Diplom-Finanzwirte.

Als Beamtin oder Beamter der Landesfinanzverwaltung tätig zu sein bedeutet, sich in einem Beruf mit Zukunft zu engagieren. Familienfreundlichkeit wird bei uns groß geschrieben. Darüber hinaus bieten wir als mitarbeiterorientierte und moderne Verwaltung im Rahmen transparenter Personalentwicklungskonzepte gute Entwicklungsmöglichkeiten. So können Beamtinnen und Beamte der Laufbahngruppe 2. 1 (ehemals gehobener Dienst) aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen über eine zusätzliche Qualifikation (z. B. interne Qualifikationsmaßnahmen) perspektivisch in die nächst höhere Laufbahngruppe 2. 2 (ehemals höherer Dienst) aufsteigen.

Alle wichtigen Infos auf einen Blick
Übersicht Studium Diplom-Finanzwirtin (FH) / Diplom Finanzwirt (FH) im Finanzamt in der Finanzverwaltung des Landes Nordrhein-Westfalen
Berufserkundungstage, Schnuppertage, Schülerpraktika: Werden in vielen Finanzämtern angeboten,
mehr Infos unter "Praktikum im Finanzamt".
Bewerbung: Online-Bewerbungsverfahren unter www.studium-im-finanzamt.de
Den Bewerbungseingang koordiniert die Oberfinanzdirektion. Das Finanzamt führt im Weiteren das Bewerbungsverfahren für einen Studienplatz an der Fachhochschule für Finanzen NRW durch.
Das Bewerbungsportal ist grundsätzlich im Zeitraum April bis Dezember eines Jahres für Bewerbungen geöffnet.
Schulische
Einstellungsvoraussetzungen:
Abitur oder ein gleichwertiger Bildungsstand (z. B. Fachhochschulreife)
Studium (Dualer Studiengang): an der Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen,
zum Video „Studieren im Schloss“
Berufspraktische Studienzeiten: im Finanzamt
Anwärterbezüge:
(Bruttobetrag)
monatliche Anwärterbezüge von 1.185,68 Euro (Stand: 03/2017) auch während der Zeit des Studiums in Nordkirchen
Abschluss: Diplom-Finanzwirtin (FH)/Diplom-Finanzwirt (FH)
Erwerb der Befähigung für die Laufbahngruppe 2. 1 (ehemals gehobener Dienst) in der Steuerverwaltung
Berufschancen nach dem Studium: In der Steuerverwaltung werden Sie zunächst in das Beamtenverhältnis auf Probe übernommen und starten als Steuerinspektorin bzw. Steuerinspektor.
Nächster Einstellungstermin: für 2017: am 1. September 2017 - eine Bewerbung ist nicht mehr möglich
für 2018: am 3. September 2018
Unser Bewerbungsverfahren

Sofern Sie sich für eine Einstellung im Jahr 2018 interessieren, können Sie sich ab dem 03. April 2017 bewerben. Eine Bewerbung für 2017 ist nicht mehr möglich.

Eine Bewerbung direkt bei der Fachhochschule für Finanzen NRW in Nordkirchen ist ebenfalls nicht möglich. Die Oberfinanzdirektion koordiniert und das Finanzamt führt im Weiteren das Bewerbungsverfahren für einen Studienplatz an der Fachhochschule für Finanzen NRW durch.

Online-Bewerbung

Eine Bewerbung ist nur online im Bewerbungsportal der Finanzverwaltung NRW möglich.

Alles Weitere zur Online-Bewerbung finden Sie unter www.studium-im-finanzamt.de

Sollte es für Sie, zum Beispiel aufgrund einer Körperbehinderung, nicht möglich sein, sich online zu bewerben, nehmen Sie bitte Kontakt mit der Oberfinanzdirektion NRW in Münster oder in Köln auf.

Voraussetzungen

Für das Studium stellen wir Bewerberinnen und Bewerber mit Abitur, Fachhochschulreife oder einem gleichwertigem Bildungsstand in den Vorbereitungsdienst (Beamtenverhältnis auf Widerruf) ein.

Wir erwarten bei einer Bewerbung von Ihnen eine gute Auffassungsgabe und Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, Organisationsfähigkeit, Ausdrucksfähigkeit, Entscheidungs- und Entschlussfreudigkeit, Teamfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Weitere Voraussetzungen sind: Gute Leistungen während der Schulzeit und erfolgreiche Teilnahme an einem Auswahlverfahren.

Eine Einstellung als Beamtin oder Beamter ist nur bei gesundheitlicher Eignung möglich. Die gesundheitliche Eignung wird durch das Gesundheitsamt festgestellt. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, findet in dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt eine amtsärztliche Untersuchung statt. Die Untersuchungskosten trägt die Finanzverwaltung. Über das Ergebnis werden Sie informiert.

Eine Schwerbehinderung ist kein Hindernis. Bewerbungen von geeigneten schwerbehinderten Menschen sind erwünscht.

Infos zu den schulischen Leistungen, die wir von den Bewerberinnen und Bewerbern erwarten, finden Sie hier.

Sie sollten im Zeitpunkt der Einstellung eine Staatsangehörigkeit eines EU-Staates bzw. eines Staates mit einem EU-Rechtsabkommen besitzen. Diese Ausschreibung wendet sich ausdrücklich auch an Menschen mit Migrationshintergrund.

So läuft Ihre Bewerbung ab:

Sie registrieren sich online in unserem Bewerbungsportal. Dort erhalten Sie sofort Ihr persönliches Login-Passwort und geben dann Ihre Bewerbung ein. Nach vollständiger Eingabe Ihrer Daten bitte das Absenden nicht vergessen! Sie brauchen hierfür keine Unterlagen, Zeugnisse oder Ihren Lebenslauf einzuscannen. Zunächst reicht die Eingabe der erforderlichen Daten aus. Bei Fragen zur Eingabe Ihrer Bewerbung können Sie sich selbstverständlich jederzeit auch per E-Mail oder telefonisch an uns wenden.

Eingangsbestätigung

Nachdem Ihre Bewerbung bei uns eingegangen ist, erhalten Sie innerhalb kurzer Zeit eine Eingangsbestätigung.

Vorstellungsgespräch

Wenn Ihre Unterlagen auf unser Interesse stoßen, laden wir Sie zu einem Auswahlgespräch ein. Das Gespräch besteht grundsätzlich aus einem Einzel- und einem Gruppengespräch. Es findet in einem Finanzamt statt. Dort werden mehrere Personen aus dem Personalbereich des Finanzamts anwesend sein und Sie interviewen. Das Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen, in dessen Verlauf Sie uns einen Überblick über Ihre Persönlichkeit, Fähigkeiten und sozialen Kompetenzen geben. Aber nicht nur wir fragen Sie etwas, sondern Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, uns Fragen zu stellen.

Einstellungszusage

Nach dem Vorstellungsgespräch melden wir uns bei Ihnen und teilen Ihnen unsere Entscheidung mit. Wenn Sie eine Zusage bekommen, werden wir Sie bitten, uns innerhalb von zwei Wochen schriftlich mitzuteilen, ob Sie den angebotenen Ausbildungsplatz annehmen. Haben Sie den Ausbildungsplatz angenommen, müssen Sie nur noch die weiteren Zugangsvoraussetzungen für die Einstellung ins Beamtenverhältnis erfüllen. Hierzu gehört zum Beispiel das Ergebnis der amtsärztlichen Eignungsuntersuchung im Gesundheitsamt Ihrer Gemeinde bzw. Stadt. 
Haben Sie alles überstanden, erhalten Sie am Tag Ihres Ausbildungsbeginns (Einstellungstag) Ihre Ernennungsurkunde als Beamtin bzw. als Beamter auf Widerruf.

Wir schließen mit Ihnen keinen Ausbildungsvertrag ab. Das unterscheidet uns von anderen Unternehmen und Anbietern. Herzlich willkommen im Team der Finanzverwaltung NRW!

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Oberfinanzdirektion NRW Standort Münster: Katrin Junig (gD)
Oberfinanzdirektion NRW Standort Köln: Daniela Rimbach

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