16.12.2025

Bauvolumen für die Bundeswehr steigt in Nordrhein-Westfalen um 200 Prozent bis 2029

Das Land als Partner des militärischen Bundesbaus zieht das Tempo weiter stark an. Der Bauumsatz soll in vier Jahren bei über einer halben Milliarde Euro liegen. Beim Ortstermin in der Kölner Gereon-Kaserne schaut sich Minister Dr. Optendrenk an, wie Modulbau bei dieser Steigerung helfen kann.

Der Bau eines neuen Interimsgebäudes für die Truppenküche (Wirtschaftsgebäude) mit Speisesaal auf dem Gelände der Gereon-Kaserne der Bundeswehr in Köln ist auf der Zielgeraden. Dies wurde notwendig, weil das alte Wirtschaftsgebäude in die Jahre gekommen ist.
Die Alternative dient bis zum Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes als Ersatzinfrastruktur.16 Monate Bauzeit waren für das Projekt ursprünglich geplant – jetzt entsteht das Gebäude in nur neun Monaten. Der Grund: Es wird in Modulbauweise errichtet. Sie ist eines der Instrumente, mit denen die Modernisierung der Verteidigungsinfrastruktur und auch der Aufbau von Unterbringungskapazitäten im Rahmen des Truppenaufwuchses der Bundeswehr mit größtmöglichem Tempo bewältigt werden sollen. Beim Termin vor Ort hat sich der für militärischen Bundesbau in Nordrhein-Westfalen zuständige Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk das Projekt in Köln angeschaut.

„Modulares Bauen ist für uns als Land ein entscheidender Hebel, um das Tempo weiter anzuziehen“, erklärt Dr. Optendrenk in der Gereon-Kaserne. „Das jährliche Volumen des Bundeswehr-Baus in Nordrhein-Westfalen steigt sehr viel drastischer, als es ohnehin geplant war: von gut 180 Millionen Euro 2023 auf fast 560 Millionen Euro im Jahr 2029. Das ist ein Wachstum von mehr als 200 Prozent und eine große Herausforderung für unsere Bundesbauverwaltung.“ Und: Etwaige weitere Baubedarfe im Rahmen des Neuen Wehrdienstes sind in diesen Zahlen noch gar nicht abgebildet.

Das zuständige Ministerium der Finanzen hat sich für die Bewältigung dieser Herausforderung aufgestellt: Eine Taskforce bringt seit etwas mehr als einem Jahr alle Entscheidungsträger aus Land und Bund regelmäßig und strukturiert an einen Tisch, um schnelle Entscheidungen und unkomplizierte Lösungen zu finden.

Im Jahr 2026 wird der gesamte Bundesbau in Nordrhein-Westfalen, der bisher verteilt auf den Schultern des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB NRW) sowie der Bauabteilung in der Oberfinanzdirektion (OFD NRW) lag, mit dem Projekt „Ein Bundesbau NRW“ unter einem Dach gebündelt. Bereits zum Jahresauftakt 2026 wird eine neue Niederlassung Bundesbau im BLB NRW gegründet, die sich aus landesweiten Standorten zusammensetzt und das regionale operative Geschäft bündelt. Im weiteren Jahresverlauf wird die Bauabteilung der OFD NRW in die Zentrale des BLB NRW überführt. Durch diese Strukturreform werden Entscheidungswege kürzer und Prozesse verschlankt.

Auch ein deutlicher personeller Aufwuchs im Bereich Bundesbau ist bereits im Gange: Die durch den Bund refinanzierten Stellen in diesem Bereich steigen bis 2027 gegenüber dem Jahr 2022 um fast 60 Prozent – auf dann mehr als 730 Stellen.

Um zudem Planungs- und Genehmigungsverfahren zu verkürzen, gewinnt das modulare Bauen im Rahmen des Bundeswehr-Baus immer stärker an Bedeutung: Mit „G-CAP Inland“ hat die Bundeswehr ein Projekt aufgelegt, um schnell und regelungsarm in mehreren Bundesländern Infrastruktur aufzubauen. Nordrhein-Westfalen übernimmt in dessen Rahmen die Beschaffung und Vergabe von rund 270 Unterkunftsgebäuden, die in Modulbauweise entstehen sollen – deutschlandweit, zum Teil aber auch in nordrhein-westfälischen Kasernen. „Mit der Unterstützung im Rahmen dieser Großvergabe unterstreicht unser Land seine Rolle als engagierter Partner unseres Verteidigers“, sagt Minister Dr. Optendrenk. Unabhängig von „G-CAP Inland“ setzt das Land bereits verstärkt auf Modulbauweise im Sinne der Beschleunigung. Im kommenden Jahr startet in zwei nordrhein-westfälischen Kasernen der Bau von Unterkünften in modularer Bauweise: in der General-Feldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf und in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne in Minden.

Die Vorteile dieser Bauweise sind in der Kölner Gereon-Kaserne am praktischen Beispiel zu begutachten: Die Elemente können flexibel wie in einem Baukastenprinzip zusammengefügt werden. Sie haben einen hohen Vorfertigungsgrad, der Bau ist dadurch planbarer und witterungsunabhängig. An diesem Bauvorhaben zeigt sich, dass die Bauphase gegenüber der konventionellen Bauweise fast halbiert werden kann – bei gleicher Lebensdauer der Gebäude.

Die Gereon-Kaserne beherbergt das Bundesamt für Personalmanagement der Bundeswehr (u.a. das Assessment Center). Auf dem 18 Hektar großen Gelände mit 23 Gebäuden finden die Prüfungen des zukünftigen Führungspersonals statt. Damit ist die Kölner Kaserne ein wichtiger strategischer Standort. „Es ist beeindruckend, vor Ort zu besichtigen, wie viel möglich ist, wenn alle an einem Strang und in dieselbe Richtung ziehen“, betont Dr. Optendrenk. „Der Neubau des Wirtschaftsgebäudes ist ein Erfolgsprojekt und ein praktisches Beispiel, wie aus abstrakten Bauvolumina in Rekordzeit konkrete Infrastruktur für die Bundeswehr und ihre wichtigen Aufgaben wird.“

 

Fotos vom Besuch der Gereon-Kaserne können Sie in druckfähiger Auflösung hier herunterladen: 

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