Finanzverwaltung der Zukunft
28.03.2022

Finanzverwaltung der Zukunft / Ministerium der Finanzen veranstaltet gemeinsamen Workshop mit Österreich in der Landesvertretung Berlin

Minister Lienenkämper: „Die Finanzverwaltungen stellen sich den Herausforderungen durch Globalisierung, Digitalisierung und demographischem Wandel. Der Blick über den Tellerrand ermöglicht ein gegenseitiges Lernen und kann einen wichtigen Beitrag leisten, neue Handlungsfelder zu erschließen, Fehler zu vermeiden und Potentiale zu heben.“

 

Wie sieht sie aus, die Finanzverwaltung der Zukunft? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Montag, 28. März, ein grenzüberschreitender Workshop, den das nordrhein-westfälische Ministerium der Finanzen gemeinsam mit dem österreichischen Bundesministerium für Finanzen veranstaltete. In der Berliner Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen diskutierten hochrangige Vertreter der Finanzverwaltungen von Nordrhein-Westfalen, Österreich, Luxemburg sowie des Bundes und der Länder über die künftige Rolle der Finanzverwaltung im Spannungsfeld von Bürgernähe, Digitalisierung und föderalen Strukturen.

„Für viele Bürgerinnen und Bürger ist die Finanzverwaltung einer der häufigsten Berührungspunkte mit dem Staat. Die Erwartungen an die Servicequalität der Steuerverwaltungen sind daher zu Recht hoch“, sagt Gastgeber Lutz Lienenkämper, nordrhein-westfälischer Minister der Finanzen. „Daher stellen sich die Finanzverwaltungen den Herausforderungen durch Globalisierung, Digitalisierung und demographischem Wandel. Der Blick über den Tellerrand, zum Beispiel nach Österreich oder Luxemburg, ermöglicht ein gegenseitiges Lernen und kann einen wichtigen Beitrag leisten, neue Handlungsfelder zu erschließen, Fehler zu vermeiden und Potentiale zu heben.“ Auf die geänderten Rahmenbedingungen haben die Finanzverwaltungen in den drei Ländern mit weitreichenden Reformmaßnahmen reagiert: Die Bürgerorientierung wurde gestärkt, die Digitalisierung vorangetrieben und notwendige Anpassungen an moderne Prozesse und Strukturen wurden vorgenommen. „Trotz der erzielten Erfolge zeigt uns nicht zuletzt die aktuelle Krise: Veränderung und Modernisierung bleiben Daueraufgaben für die Verwaltung. Dafür setzen wir uns auch auf Bundesebene ein", so Minister Lienenkämper.

Trotz vieler Parallelen gibt es aber – nicht zuletzt vor dem Hintergrund verschiedener Ausgangslagen – auch unterschiedliche Ansätze und Schwerpunkte. Diese wurden zunächst in zwei Workshops herausgearbeitet. Die Leiterinnen und Leiter der Steuerverwaltungen des Bundes, Österreichs, Luxemburgs und Nordrhein-Westfalens debattierten mit Experten aus Gewerkschaften, Steuerberatern, Wirtschaft und Wissenschaft über die unterschiedlichen Ansätze.

In der abschließenden Podiumsdiskussion gaben unter anderem der Leiter der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung, Oberfinanzpräsident Werner Brommund, sowie die österreichische Spitzenbeamtin Dr. Angelika Schätz, einen Ausblick in die Zukunft der Finanzverwaltung. Brommund verwies dabei auch auf aktuelle Projekte wie die Initiative Nordrhein-Westfalens für eine Bürgerfreundliche Sprache, in deren Zuge u.a. bereits 600 landeseigene Steuervordrucke und bundesweit fast 900 Erläuterungstexte zum Einkommensteuerbescheid oder Anleitungen zur Einkommensteuererklärung sprachlich überarbeitet wurden. Zudem gelte in der nordrhein-westfälischen Finanzverwaltung seit Ende letzten Jahres ein umfangreicher Leitfaden zur adressaten- und gendergerechten Sprache. Auch die umfassenden Maßnahmen auf dem Weg zum digitalen Finanzamt kämen gut voran. Gerade während der Corona-Pandemie hätten die Betroffenen von einer digitalen und flexiblen Finanzverwaltung sowie einfachen Formularen profitiert und sich schnell und unbürokratisch Liquidität beschaffen können, so der Oberfinanzpräsident. 

Das Video der Veranstaltung finden Sie hier.