Von der Ukraine ins Rechenzentrum in NRW – Ein unerwarteter Karriereweg
Vor über 30 Jahren kam ich aus der Ukraine nach Deutschland, träumte vom Programmieren und einer Familie. Beides habe ich bekommen, doch mein Arbeitsalltag sieht heute völlig anders aus als erwartet.
Der Wendepunkt
Mit 15 lernte ich meinen zukünftigen Mann kennen. Seine Familie zog nach Deutschland, während meine in die USA auswanderte. Meine Entscheidung: Heiraten und nach Deutschland gehen statt Amerika. Rückblickend die beste Entscheidung meines Lebens.
Neuanfang mit Hindernissen
1993 verließ ich die Ukraine – mit sprachlichen Barrieren, ohne Studienqualifikation, aber mit klarem Ziel: Informatikerin werden. Parallel zum Studium wuchs meine Familie. 16-Stunden-Tage vollgepackt mit Arbeit, Lernen und Familie waren normal, Nachtschichten gehörten dazu, aber jeder Erfolg motivierte mich weiterzumachen.
Überraschender Arbeitgeber
Die Finanzverwaltung war nicht mein Traumarbeitgeber – bis ich die Stellenausschreibung las. Das Rechenzentrum suchte Informatikerinnen und Informatiker für IT-Services aller Finanzämter bundesweit. Perfekt: Technik ohne Verwaltungsmief.
Heute: Führung statt Code
Begonnen als Testerin von Fachprogrammen, übernahm ich schnell Projektleitungen. Als Migrantin hatte ich nie mit Führungsaufgaben gerechnet – die Finanzverwaltung machte es möglich.
Statt zu programmieren, leite ich heute ein Team bestehend aus 87 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mein Alltag: Meetings, Vermittlung, Entscheidungen, Konfliktlösung. Die Abwechslung, die ich früher nicht wollte, macht heute den Reiz meines Jobs aus.
Das Fazit: Manchmal ist das Ungeplante genau das Richtige.