Jahressonderzahlung für Tarifbeschäftigte

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Gespeichert von LBV am 19. April 2016

Jahressonderzahlung für Tarifbeschäftigte

Hier erfahren Sie, wie sich Ihre Jahressonderzahlung berechnet.

Der Tarifvertrag für die Tarifbeschäftigten sieht eine Jahressonderzahlung vor. Sie setzt sich aus der früheren Zuwendung und dem Urlaubsgeld zusammen. Die Jahressonderzahlung wird mit den Bezügen für den Monat November ausgezahlt.

Welche Rechtsgrundlage findet Anwendung?

Sie erhalten eine Jahressonderzahlung nach den Regelungen des § 20 TV-L.

Welche Anspruchsvoraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Anspruch haben nur Beschäftigte, die am 1. Dezember in einem Arbeitsverhältnis stehen.

Wie wird die Höhe der Jahressonderzahlung ermittelt?

Es finden zwei Berechnungsgrundlagen Anwendung:

  • der maßgebliche Bemessungssatz und
  • die individuell ermittelte Bemessungsgrundlage

 

Wie hoch sind die Bemessungssätze nach § 20 TV-L?

Entgeltgruppen

Bemessungssätze

EG 1 bis EG 8 und EG 2Ü

95%

EG 9 bis EG 11

80%

EG 12 bis EG 13 und EG 13 Ü bis Stufe 3

50%

EG 13Ü Stufe 4 bis EG 15 und EG 15Ü

35%

 

Was ist unter der Bemessungsgrundlage zu verstehen?

Nach den Regelungen des TV-L ist die Bemessungsgrundlage grundsätzlich ein Durchschnittsentgelt aus Ihren monatlichen Bezügen für die Monate Juli, August und September (= Bemessungszeitraum). Im Regelfall wird die Summe der monatlichen Bezüge durch drei dividiert.

Welche Entgelte fließen in Ihre Bemessungsgrundlage ein?

Berücksichtigt werden neben dem Tabellenentgelt alle laufenden und unständigen Entgeltbestandteile (z.B. Zeitzuschläge).

Unberücksichtigt bleiben beispielsweise der Krankengeldzuschuss, der Zuschuss zum Mutterschaftsgeld, nicht dienstplanmäßige Überstunden.

Gibt es Regelungen zur Anspruchsminderung?

Ja!

  • Besteht ein Anspruch auf Jahressonderzahlung, vermindert er sich für jeden Kalendermonat, in dem Sie keinen Anspruch auf Entgelt haben, um ein Zwölftel.
  • Der Anspruch vermindert sich ferner für jeden Kalendermonat, in dem Ihnen in einem vorangegangenen Ausbildungsverhältnis Ausbildungsentgelt zustand.
  • Ein vorangegangenes Beamtenverhältnis bleibt bei der Festsetzung  der Jahressonderzahlung grundsätzlich unberücksichtigt.
  • Nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 12.12.2012 (AZ: 10 AZR 922/11) kommt es für die Zwölftelung der Jahressonderzahlung nicht allein auf das am 1. Dezember bestehende Arbeitsverhältnis an. Für die Höhe der Jahressonderzahlung sind auch Ansprüche aus früheren Arbeitsverhältnissen zu berücksichtigen, sofern diese mit demselben Arbeitgeber im aktuellen Kalenderjahr bestanden haben und hierauf der TV-L anzuwenden war.
  • Entgegen der bisher vertretenen Rechtsauffassung ist es dabei unerheblich, ob sich die Arbeitsverhältnisse im Kalenderjahr nahtlos aneinandergereiht haben oder unterbrochen waren. Eine Kürzung des Anspruchs um jeweils ein Zwölftel  ist nur für Monate vorzunehmen, in denen keinerlei Entgelt gezahlt wurde.

Wird weiterhin ein Kindererhöhungsbetrag zur Jahressonderzahlung gezahlt?

Nein!

Der TV-L sieht die Zahlung des Kindererhöhungsbetrages im Gegensatz zum früheren BAT bzw. MTArb nicht mehr vor.

Warum sind die Steuerabzüge für die Jahressonderzahlung so hoch?

Die Jahressonderzahlung gehört steuerlich zu den "sonstigen Bezügen". Der Arbeitgeber hat die Steuer für den "sonstigen Bezug" nach dem voraussichtlichen Jahresarbeitslohn zu ermitteln. Hierbei ist die Jahreslohnsteuertabelle anzuwenden.

Die so ermittelten Steuern liegen über dem Betrag, der sich bei Anwendung der Monatssteuertabelle ergeben würde. 

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